Mittelbayerische Zeitung: Echter Reizstoff / Kommentar zum Deutschen Buchpreis

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Die Jury für den Deutschen Buchpreis hat die
Fall Proporzfalle souverän gemieden. Mit drei Männern und drei Frauen
ist das Geschlechterverhältnis zwar ausgewogen, damit hat sich die
Ausgewogenheit aber schon. Auch von politischer Korrektheit ließ sich
die Jury nicht leiten: Feridun Zaimoglu, der in „Siebentürmeviertel“
die aktuell brisante Frage stellt, was Heimat bedeutet, wäre ein
wohlfeiler Kandidat gewesen – aber auch eine langweilige Wahl. Die
Liste reizt – und das bringt Aufmerksamkeit auf einem Riesenmarkt mit
90 000 Büchern, die im Jahr in Deutschland erscheinen. Wer liest,
wird beschenkt. Er findet Freunde, reist in fremde Länder und
Gefühlswelten und wird klüger. Die Liste der Überraschungen animiert,
die Nase ins Buch zu stecken und sich selbst ein Bild zu machen. Eine
Gesellschaft, die einen Großteil ihrer Freizeit mit Handy, Tablet
oder TV teilt, kann diese Anregung gut brauchen.

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Mittelbayerische Zeitung
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Telefon: +49 941 / 207 6023
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