Mittelbayerische Zeitung: Erstmal abwarten / Kommentar zum Streit um TTIP

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Wenn beim Freihandelsabkommen TTIP eines sicher
ist, dann nur, dass noch gar nichts sicher ist: Es ist ja nicht
einmal klar, ob es am Ende überhaupt unterschrieben wird. Nur die
Verunsicherung ist längst da – und die Angst. Dabei steckt auch eine
Chance in dem transatlantischen Abkommen. Denn Tatsache ist: Wir
leben in einer globalisierten Welt, die viel zu lange der grandiosen
Gier multinationaler Konzerne preisgegeben worden ist. Und diese
warten nicht, bis in Washington oder Brüssel ein Papier
unterschrieben wird. Ein Abkommen wie TTIP könnte das ändern; es
könnte fairere, bessere und überfällige Spielregeln festlegen. Es
könnte mehr Wohlstand und Arbeitsplätze schaffen, mehr Transparenz
und Rechtssicherheit. Es könnte… Aufgabe der Parlamente ist es, es
hier nicht beim Konjunktiv zu belassen. Allerdings zeigt die Debatte
um TTIP, dass das Vertrauen in Europa dahin ist. Das nutzen
Populisten für Panikmache, die Europäische Union versinkt weiter in
der Krise. Dabei wäre es klüger, abzuwarten, bis ein fertiger Entwurf
vorliegt – den natürlich auch die Öffentlichkeit zu Gesicht bekommen
muss -, bevor ein Urteil gefällt wird. Vor allem bei TTIP ist
Transparenz Pflicht. Nur das ist zum Wohle aller.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
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