Mittelbayerische Zeitung: Es reicht! / Kommentar zum Tourismus auf Mallorca

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Das Mallorca-Problem 2016 lässt sich mit zwei
Worten ganz einfach beschreiben: „Zu viel!“ Wenn – wie heuer – in
Spitzenzeiten ein Tourist auf einen Einheimischen kommt, ist die
Grenze des Erträglichen weit überschritten. Völlig zurecht beschweren
sich daher die Mallorquiner über die Millionen Touristen, die in
dieser Sommersaison über die Insel hergefallen sind. Schließlich
spüren die Folgen nicht die „Eine-Woche-All-In-Urlauber“, die in
einem der unzähligen Bettenbunker Unterschlupf finden. Verstopfte
Straßen, stinkende Kanalisationen und vor allem die extreme
Wasserknappheit machen den Alltag vieler Einheimischer unerträglich.
Wer – wie der Wirtschafts-Inselrat Cosme Bonet beispielsweise – in
dieser Situation fordert, man müsse einfach die Infrastruktur
verbessern, denkt in die völlig falsche Richtung. Gerade die vielen
kleinen, unberührten, weil schwer zugänglichen Buchten oder die
schmalen Straßen, die sich durch das geschützte Tramuntana-Gebirge
(ein Paradies für Wanderer!) schlängeln, machen doch den Reiz
Mallorcas aus. Wer Party machen und sich betrinken oder dicht an
dicht am Strand liegen und sich sonnen will, kann auch nach Bulgarien
fahren. Die Regierung der Balearen-Insel muss dringend umdenken, ihr
Profil ändern: Raus aus der Billig-Schiene! Denn es gibt genug
Touristen, die bereit sind, weit mehr als die im Juli eingeführte
Tourismus-Steuer (bis zu zwei Euro pro Nacht) zu bezahlen. Qualität
hat schließlich ihren Preis. Und diese Insel soll auch künftig im
wahrsten Wortsinn wertvoll bleiben.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
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