Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Christine Schröpf zum Bayern-Ei-Skandal

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Die Verteidigungslinie der CSU: Der Produzent
Bayern-Ei ist Hauptschuldiger im Lebensmittelskandal von 2014 mit
einem Toten und vielen Erkrankten. Das stimmt. Die Firma hat
rücksichtslos und wohl kriminell die Gesundheit von Menschen
gefährdet. Doch das Umweltministerium inklusive Ressortchefin Ulrike
Scharf und Amtsvorgänger Marcel Huber sind damit nicht vom Haken. Die
beiden CSU-Politiker haben sich zwar wohl im Rahmen bestehender
Vorschriften bewegt. Die Bayern-Ei-Affäre macht allerdings klar: Das
Netz an Kontrollen und Sicherheitsvorkehrungen ist noch nicht
engmaschig genug. Das gilt gerade für Großbetriebe, weil
Massentierhaltung die Gefahr von Missständen erhöht und durch
Massenproduktion in kürzester Zeit enorm viele Menschen betroffen
sein können. Besondere Wachsamkeit muss Unternehmen gelten, die schon
negativ aufgefallen sind. Das ist kein Freibrief für Sippenhaft,
begründet aber einen Anfangsverdacht. Der Kontrolldruck muss so hoch
werden, dass sich keiner sicher fühlen darf, der skrupellos
verdorbene Lebensmittel verhökern will. Wo Stellschrauben anzusetzen
sind, wird hoffentlich Ende Januar der Prüfbericht des Bayerischen
Obersten Rechnungshofes auflisten. Verbesserungen müssen rasch
greifen, um die schwarzen Schafe der Branche einzufangen.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
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