Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Julius Müller-Meiningen zum neuen Tribunal im Vatikan

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Die Gründung des Tribunals für Fälle von
Amtsmissbrauch durch Bischöfe ist ein positiver, wenn auch
überfälliger Schritt. Die Frage ist, ob dem Gebot der Transparenz
Genüge getan wird, wenn Anzeigen gegen Bischöfe, die Täter decken,
zunächst bei den vatikanischen Kongregationen eingereicht werden
müssen und von dort an das neue Tribunal in der Glaubenskongregation
weiter geleitet werden (können). Dem Eindruck, dass Priester
Ihresgleichen schützen, muss der Vatikan glaubhaft entgegen treten.
Diese Glaubwürdigkeit wird sich daran messen lassen, ob der Vatikan
auch Bischöfe zur Verantwortung zieht, die weit zurück liegende Fälle
von Missbrauch auch in Zukunft decken. Die im neuen Tribunal zu
verhandelnden kirchenrechtlichen Prozesse gegen Bischöfe wegen des
Verdachts auf Amtsmissbrauch haben kanonische Strafen wie die
Amtsenthebung zur Folge, nicht Haftstrafen. Die Einrichtung des
Vatikan-Tribunals ist ein wichtiger Schritt. Das staatliche Monopol
auf Strafverfolgung ist dadurch jedoch nicht zu ersetzen.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
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Telefon: +49 941 / 207 6023
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