Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Martin Anton zu Milchpreisen/Agrarpolitik

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Als im April die europäische
Milchquotenregelung abgeschafft wurde, waren viele Landwirte noch
guter Dinge. Schließlich bedeutet bei guten Preisen mehr Milch mehr
Geld. Doch die Kräfte des Marktes ließen nicht lange auf sich warten
und so stehen Bauern und Politik jetzt vor einer schwierigen
Entscheidung. Behandelt man das Produkt Milch so wie jedes andere,
scheint die Entwicklung vorprogrammiert. Immer größere Betriebe, die
kaum noch Höfe genannt werden können, verdrängen kleinere – abgesehen
vielleicht von ein paar Höfen, die für die anspruchsvolle
Öko-Klientel produzieren. Führt man wieder staatliche Quoten und
Regeln ein, werden die Betriebe möglicherweise in ihrer Entwicklung
gehemmt und müssen deswegen irgendwann aufgeben. Die Vergangenheit
hat gezeigt, dass Spekulation und massenhafter Export
landwirtschaftlicher Produkte nicht unbedingt zur
Nahrungsmittelsicherheit oder Stärkung bäuerlicher Landwirtschaft
beitragen. Die Politik muss sich fragen, welche Landwirtschaft sie
will. Denn der Konsument wird immer nach dem Preis schauen.

Pressekontakt:
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