Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Gewalt gegen Polizisten: Prügelknaben, von Marianne Sperb

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Beamte werden immer öfter Opfer von Gewalt.
Dabei genießt kaum ein Beruf in Deutschland so hohes Ansehen wie der
des Polizisten. Was geht da also ab? Jeder dritte Polizeibeamte gibt
in einer Studie von 2012 (Ellrich/Baier/Pfeiffer) „Feindschaft gegen
Polizei/Staat“ als vermutetes Motiv für die Attacken an. Beißen,
spucken, schlagen: Die Gesetzeshüter werden offenbar als
Stellvertreter eines verhassten Staates attackiert. Der Trend
markiert die Fieberkurve einer Gesellschaft. Die Kluft zwischen Reich
und Arm, Rechts und Links, Einheimischen und Zugezogenen wächst, die
Spannungen nehmen zu – und sie werden auf dem Rücken von Beamten
ausgetragen. Die Polizei kann Beamte bis zu einem gewissen Maß vor
Gewalt schützen: durch bessere Ausrüstung, besseres Training, bessere
Information zum Einsatz. Aber der Boden, auf dem die Gewalt wächst,
den muss die Politik beackern.

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