Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Glyphosat: Verliererüberall, von Christian Kucznzierz

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Wem soll man glauben? Da sagt eine
Untersuchung, dass Glyphosat, das seit Jahren in der Kritik ist, wohl
krebserregend ist. Dann kommt eine andere, die behauptet, dass es
dafür keinerlei Anlass gibt – zumindest, wenn das Mittel in einer
handelsüblichen Dosis verabreicht wird. Auf der Strecke bleiben dabei
Verbraucher wie Landwirte. Wer sich Sorgen gemacht hat, dass das
Unkrautvernichtungsmittel vielleicht schädlicher ist, als behauptet
wird, dürfte jetzt erst recht daran zweifeln, dass ihm die Wahrheit
gesagt wird. Schließlich kommt die neue Untersuchung just zu dem
Zeitpunkt, da der Streit um Glyphosat auf den politischen Ebenen in
Berlin und Brüssel die entscheidende Phase erreicht. Zu den großen
Verlierern zählen die Landwirte. Sie haben sich darauf verlassen,
dass das vor Jahren freigegebene Mittel unbedenklich ist. Die
aktuellen Zweifel fallen auf sie zurück und beschädigen auch ihre
Glaubwürdigkeit. Dazu kommt, dass die Verbraucher ohnehin
verunsichert sind. Zudem wollen sie gerne alles möglichst regional
und biologisch haben, das aber am besten vom Discounter zum Sparpreis
und bitte im XXL-Paket. In Zeiten, in denen die Preise für die
Produkte der Landwirte ins Bodenlose fallen, ist diese Gemengelage
existenzbedrohend.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de

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