Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Nordkorea: Die Menschen verlieren – von Christian Kucznierz

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Die Eskalation auf der koreanischen Halbinsel
als Theaterdonnern abzutun, ist eine leichtsinnige Schlussfolgerung.
Aus mehreren Gründen. Zwar hat Nordkorea seinen südlichen Nachbarn
auch schon in der Vergangenheit immer wieder provoziert. Aber dieses
Mal ist vieles anders. Der mäßigende Einfluss des großen Verbündeten
China ist geschwunden; Peking hat für weitere Sanktionen gegen
Nordkorea im Sicherheitsrat gestimmt, ein deutlich sichtbares
Zeichen, dass man die Geduld mit dem Regime von Kim Jong Un verliert.
Der junge Machthaber selbst ist die größte Unbekannte in der alten
Rechnung, der zufolge eine militärische Eskalation mit der
Vernichtung Nordkoreas enden und dass sie deswegen ausbleiben würde.
Dieser Rechnung trauen viele Experten nicht mehr. Denn Nordkorea hat
technologisch aufgerüstet: Kim Jong Un kann einen erfolgreichen
Satellitenstart und einen neuen Atomtest für sich verbuchen. Und
selbst wenn der Konflikt abgewendet werden kann: Für die Technik, die
Pjöngjang entwickelt hat und weiterentwickeln will, finden sich
willige Abnehmer, nicht nur im Iran. Auf der Strecke bleiben in
diesem Machtpoker die Menschen Nordkoreas. Seit Jahrzehnten litten
sie unter Hunger und Not. Es gab Anzeichen eines Wandels unter Kim
Jong Un. Diese Hoffnung hat sich nun zerschlagen.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
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