Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Trump: Monster frisst Schöpfer von Thomas Spang

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Der „Frankenstein“-Kandidat hat das Ziel seiner
Mission erreicht. Mit der offiziellen Nominierung auf dem Parteitag
der Republikaner hat er seinen Schöpfer zerstört. Selbst wenn Donald
Trump im November gewinnt, sind die Tage der „Grand Old Party“
gezählt. Die Partei, die Amerika einst aus der Sklaverei führte, wird
nun von einem bigotten Mann geführt, der offen Rassismus und
Diskriminierung predigt. Die Verfechter des Freihandels haben nun
einen Protektionisten an ihrer Spitze. Dass ausgerechnet die
emsigsten Agenten der Globalisierung die ersten Opfer eines
engstirnigen Populisten werden, entbehrt nicht der Ironie und
verlangt eine Erklärung. Während die Spitze der Republikaner über
Jahrzehnte eine Politik betrieben, die soziale Sicherungsnetze
zerschnitt und die kleinen Leute den Preis für ihre militärischen
Abenteuer zahlen ließ, appellierten sie unterschwellig an die Ängste
ihrer weißen Basis im ländlichen Amerika. Trumps Wähler finden es
erfrischend, wenn ihr Führer nun ganz direkt ausspricht, was sie
denken. Seine Schöpfer verloren die Kontrolle über das Monster, das
sie über Jahre mit ihren impliziten Botschaften genährt hatten.
Erfolgreiche Präsidentschaftskandidaten haben im Wahlkampf immer den
Optimismus einer Nation beschworen, die Ja zur Zukunft sagt. Trump
ist auch deshalb kein „normaler“ Kandidat. Er steht nicht nur für
eine andere Politik, sondern für ein anderes Amerika.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
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