Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum Boykott des Strauß-Gedenkens: Ehrlich, nicht stillos – von Christine Schröpf

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Franz Josef Strauß polarisiert – heute wie zu
Lebzeiten. Das wird selbst in der CSU nicht bestritten. Wilfried
Scharnagel, langjähriger Weggefährte des CSU-Übervaters, hat es in
einem hübschen Zitat zusammengefasst, das Strauß huldigt, ohne ihn
völlig zu verklären: „Der Himalaya hat Abgründe. Der Maulwurfshügel
nicht.“ Es ist das gute Recht der CSU, die unbestreitbaren Verdienste
von Strauß zu würdigen und das weniger Schöne an seinem 100.
Geburtstag in den Hintergrund zu schieben. Die Opposition darf mit
gleichem Recht eigene Wege gehen. Speziell SPD und Grüne, die sich
gut erinnern, wie rambohaft Strauß sein konnte, etwa als er die WAA
in Wackersdorf mit aller Macht vorantrieb. Im Grunde ist es einfach:
Wer keine Lust auf Strauß-Gedenkakte hat, bleibt weg. Das ist ehrlich
und nicht stillos. Es gibt ja keinen oppositionellen Boykottaufruf an
alle Gäste, nur drei schlichte, unabgesprochene Absagen. Die CSU kann
verbal abrüsten. Vor leeren Sälen feiert sie am Freitag sicher nicht.

Pressekontakt:
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