Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum Burkini/Frankreich

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Für die Liberalität

von Reinhard Zweigler

Vor über 100 Jahren war es an deutschen Stränden und in
öffentlichen Badeanstalten Vorschrift, dass Frauen Badekleid und
Männer Ganzkörperanzug tragen. Weil die Bademode zunehmend
freizügiger wurde, erließ die Preußische Regierung 1932 sogar den
„Zwickelerlass“. Er schrieb vor, welche Körperteile zu verhüllen
waren. Dass der Staat Badenden vorzuschreiben versucht, was sie
tragen müssen, ist also nichts Neues. Dass einige französische
Gemeinden muslimischen Frauen das Tragen der Burkinis am Strand
untersagten, wie auch italienische Badeorte, war und ist ein Affront
gegen die persönliche Freiheit dieser Frauen. Im Netz kursieren
bereits unschöne Szenen, in denen Polizisten Frauen zum Ablegen des
Burkini zwingen. Welch eine Anmaßung. Darüber, was die korrekte
Kleidung ist, haben nicht Behörden zu entscheiden, sondern die Frauen
selbst. In Rio etwa starteten muslimische Sportlerinnen ganz
selbstverständlich im Burkini. Die Entscheidung des obersten
französischen Verwaltungsgerichts gegen ein Burkini-Verbot war
insofern folgerichtig. Es war eine Entscheidung für die Liberalität.
Sie wurde mit Augenmaß getroffen.

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