Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum Krankenhausstrukturgesetz: Es krankt im System von Isolde Stöcker-Gietl

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Das Kind hat Fieber und ist kaum ansprechbar?
Ein Glück, wenn dann medizinische Hilfe auch am Wochenende schnell
erreichbar ist. Doch nicht in der ganzen Oberpfalz ist das der Fall.
Ein Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung, der
speziell für die Kindermedizin organisiert wird, konnte bislang nicht
flächendeckend ausgebaut werden. Viele Eltern wählen deshalb lieber
gleich den Weg in eine Kinderklinik – auch wenn diese möglicherweise
50 oder mehr Kilometer entfernt liegt. Bräuchte das Kind statt
fiebersenkender Mittel und Infusionen ein neues Hüftgelenk, dann
wären die Wege kürzer. Denn rentable Medizin wird wohnortnah
angeboten. Da krankt es im System! Nachvollziehbar ist, dass eine
kostenintensive Kindermedizin nicht an jedem Kreiskrankenhaus
angesiedelt werden kann. Schließlich erwarten Eltern auch routinierte
Ärzte, die im Notfall die richtigen Entscheidungen treffen. Dennoch
sollten Landkreise, die für Familien attraktiv sein wollen, die
medizinische Versorgung des Nachwuchses nicht vernachlässigen und
entsprechenden politischen Druck ausüben. Mit einem
Bereitschaftsdienst der Kinderärzte, der alle Ecken der Oberpfalz
erreicht, wäre ein Anfang gemacht.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de

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