Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum Windrad-Streit: 10-H bietet Angriffsfläche Von Christine Schröpf

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Klar, beim Rückgang der Windkraft spielen auch
geringere Fördermargen des Erneuerbaren Energien-Gesetzes eine Rolle.
Doch selbst in der CSU bestreitet ernsthaft niemand, dass der
Seehofersche Windkrafterlass wuchtigere Folgen entfaltet, als man
sich gewünscht hat. Die Verspargelung der Landschaft sollte
verhindert werden, der Protest auf dem Land eingedämmt – stattdessen
hat man erreicht, dass kaum noch ein Windrad gebaut wird. Die 10-H
Regel bietet Angriffspunkte. Warum ausgerechnet der zehnfache Abstand
zur Wohnbebauung? Warum nicht Faktor 8 oder 6? Das bleibt das
Geheimnis der CSU. Auf dem Papier verfügen Kommunen zwar tatsächlich
über Spielraum, im Streitfall werden sich Bürger aber immer aufs
Maximum berufen. Sollten die Richter die 10-H Regel kippen, bleibt
Konfliktpotenzial. So umstritten der bayerische Sonderweg ist: Er
hatte handfeste Gründe. Bürger in windreichen Regionen ging der
Ausbau zu massiv voran. Windradbauer haben nicht immer sensibel genug
auf ihre Anliegen reagiert. Ein Teil der Probleme, die nun beklagt
werden, ist also hausgemacht – durch zu Gedankenlose aus der eigenen
Branche.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
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Telefon: +49 941 / 207 6023
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