Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur Bundeswehr: Umsteuern wird schwer, von Reinhard Zweigler

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Hans-Peter Bartels ist beileibe nicht der erste
und wohl sicher auch nicht der letzte Wehrbeauftragte des
Bundestages, der einmal im Jahr mit seinem Bericht sozusagen den
„Kummerkasten“ der deutschen Armee öffnet. Er lieferte gestern einen
schnörkellosen, nichts beschönigenden Befund der Truppe ab. So wenig
Bundeswehr wie derzeit war nie. Dass die dramatisch verkleinerte
Bundeswehr unter erheblichen Ausrüstungsproblemen und drückenden
Personalnöten leidet, ist dabei gar nicht neu. Ärgerlich ist
vielmehr, dass die Fülle der Probleme – vom Sturmgewehr G36,
fehlenden modernen Luft-Truppentransportern bis hin zu eher
schlichten Dingen wie Nachtsichtgeräten oder Sonnenbrillen – kaum
abgenommen hat. Allen Beteuerungen der feschen
Verteidigungsministerin zum Trotz. Es ist offenbar schwieriger als
gedacht, den großen Tanker Bundeswehr umzusteuern, ihn wieder flott
zu machen für die Herausforderungen unserer Zeit. Ursula von der
Leyen hat zwar versprochen, das Ausrüstungs-Wesen gründlich zu
durchforsten. Hier hat sich über die Jahrzehnte allerhand Filz
angesammelt. Doch schnelle Lösungen kann auch die CDU-Ministerin mit
ihrer aus der Wirtschaft kommenden Ober-Beschafferin Katrin Suder
nicht vorweisen. Es braucht weiterhin einen langen Atem und viel
Beharrlichkeit.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
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