Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur Schleierfahndung in Bayern: Grenzwertig, von Isolde Stöcker-Gietl

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Der Vorschlag von Finanzminister Söder war
vorhersehbar. Bei 135 vollstreckten Haftbefehlen während der
Grenzkontrollen beim G 7-Gipfel – da musste das Schengen-Abkommen
sofort auf den Prüfstand. Offene Grenzen bieten Bewegungsfreiheit –
auch jenen, die man in Bayern nicht haben will. Doch zum Glück ist
selbst im traditionsbewussten Freistaat der europäische Gedanke fest
verankert. Schlagbäume hinter Furth im Wald, Passau oder Kreuth will
niemand mehr. Und ob es den nun geplanten Ausbau der Schleierfahndung
braucht, das wird sich erst noch zeigen. Bereits jetzt sind
bayernweit rund 2000 Beamte im Einsatz, um sogenannte
verdachtsunabhängige Kontrollen durchzuführen. Sie stoppen mit
Flüchtlingen vollgepferchte Kleinbusse und gestohlene Limousinen. Sie
finden billige Drogen aus Tschechien und machen Einbrecherbanden
dingfest. Aber es gibt auch schon jetzt genügend Kontrollen, die
allein dem Aussehen des Fahrers, seines teuren Wagens oder der Größe
seines Rucksacks geschuldet sind. Erst die Kriminalstatistik wird
zeigen, ob mehr Schleierfahnder im Grenzraum tatsächlich auch mehr
Straftaten aufklären können.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
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