Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur Spenden-Affäre um die Regensburger OB: Enormer Schaden von Ernst Waller

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Auch für einen Politiker gilt die
Unschuldsvermutung: Es besteht ein An´fangsverdacht gegen OB Joachim
Wolbergs, mehr nicht. Die Vorwürfe gegen den Regensburger
Kommunalpolitiker wiegen aber schwer und viele Fragen sind derzeit
offen. 500 000 Euro sind wahrlich kein Pappenstiel. Wieso wurde die
gewaltige Summe aufgestückelt? Auch müsste dem OB doch klar gewesen
sein, dass die 500 000-Euro-Spenden von Immobilienfirmen gleich
reihenweise Fragen aufwerfen. Wieso sorgte er nicht selbst schon früh
für Transparenz und Offenheit, wie es bisher immer sein Stil war, und
ging an die Öffentlichkeit? Wer wusste noch von den Spenden? Es ist
kaum vorstellbar, dass nur der Oberbürgermeister in seiner
Eigenschaft als SPD-Vorsitzender im Stadtsüden Kenntnis von den
Spenden hatte und sonst niemand. Und wenn ja, hätte das einen
seltsamen Beigeschmack. OB Wolbergs täte gut daran, nicht zur
Tagesordnung überzugehen, sondern offensiv aufzutreten und alle
Fragen rasch zu beantworten – in seinem Sinne und im Sinne der Stadt.
Sonst droht ein möglicherweise monatelanges Gezerre. Genau daran kann
aber niemandem gelegen sein. Egal, was die Ermittlungen am Ende ans
Tageslicht bringen: Der Imageschaden ist jetzt schon groß – für OB
Wolbergs, die SPD und auch für die Stadt Regensburg.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
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