Mittelbayerische Zeitung: Kontrolle und Prävention / Kommentar zur Drogenkriminalität

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Der Blick in die Statistik hilft beim Thema
Drogen nur zum Teil weiter. So hängt die Zahl der Drogendelikte
wesentlich von der Intensität der Kontrollen ab. Je genauer und öfter
die Polizei hinschaut, um so mehr Verstöße werden aufdeckt, um so
mehr Drogen gefunden. Weniger Delikte oder Drogenfunde bedeuten im
Umkehrschluss nicht, dass weniger konsumiert wird. Im Gegenteil:
Drogen wie Crystal Meth sind relativ leicht verfügbar. Was zu haben
ist, wird auch genommen. Wer diesen Teufelskreis durchbrechen will,
muss an zwei Fronten angreifen: bei den Kontrollen und bei der
Prävention. Crystal Meth ist kein ostbayerisches Problem, auch wenn
die Nähe zu Tschechiens Drogenlaboren eine Rolle spielt. Die
Zusammenarbeit der Polizei beider Ländern ist eng, aber findige
Schmuggler finden viele Wege. Wer ihnen kontinuierlich das Geschäft
vermiesen will, braucht ausreichend Personal. Prävention, der zweite
Hebel gegen Drogen, ist auch aufwendig. Regensburger Suchtexperten
besuchen zum Beispiel mit ehemaligen Abhängigen Schulen. Solche
Erfahrungsberichte machen mehr Eindruck als
Hochglanz-Anti-Drogen-Kampagnen. Wer den Drogensumpf austrocknen
will, muss viel investieren – Zeit, Geld und Personal.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de

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