Mittelbayerische Zeitung: Sumpf des Krieges / Kommentar zum britischen Militäreinsatz gegen den IS

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Auch wenn der faktische militärische Beitrag,
den Großbritannien jetzt im Kampf gegen den IS in Syrien leisten
will, eher gering ausfallen mag, ist der Schritt, den das Land in der
Nacht zum Donnerstag genommen hat, bedeutend. Denn zum einen scheint
das Unterhaus den Geist des Irak-Kriegs, der in den Augen der meisten
Briten ein totales Debakel war, abgeschüttelt zu haben. Und zum
anderen reiht man sich ein in die breite Front gegen das
Terrornetzwerk IS. Großbritannien meldet sich als vollwertiger
Kriegspartner auf der Weltbühne zurück. Was das für Konsequenzen
haben wird, ist nicht abzusehen. DerLabour-Chef Jeremy Corbyn sprach
die Sorgen vieler Briten an, als er warnte: „Die Logik eines
erweiterten Luftangriffs ist –Mission Creep–„. Soll heißen: Die
Gefahr einer schleichenden Ausweitung des Einsatzes steht im Raum.
Großbritannien könne in den „Sumpf des Krieges“ hineingezogen werden
und müsse letztlich doch mit eigenen Bodentruppen eingreifen. Bisher
ist das kein Thema. Premierminister David Cameron schließt den
Einsatz von Soldaten vor Ort aus, er wäre zur Zeit auch weder im
Unterhaus noch in der Öffentlichkeit durchzusetzen. Was aber, wenn
die Lage eskaliert? Und was, wenn das Gebot der Solidarität mit den
Alliierten seine Eigendynamik bekommt? Dann könnten auch Bodentruppen
kein Tabu mehr sein.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
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