Mittelbayerische Zeitung: Union lehnt Gebühr auf Plastiktüten ab Hinsken weist Forderungen nach einer Abgabe als „Beutelschneiderei“ zurück

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Die Union lehnt eine Abgabe auf Plastiktüten
rundweg ab. Der Vorsitzende des Bundestags-Wirtschaftsausschusses
Ernst Hinsken (CSU) sagte zum Vorschlag von Grünen und Deutscher
Umwelthilfe (DUH), die 22 Cent je Tüte verlangen, dies wäre
„Beutelschneiderei“. Die Deutschen wären „Weltmeister beim
Mülltrennen und Recycling“, erklärte Hinsken in der
„Mittelbayerischen Zeitung“. Das zeige sich auch bei der Verwendung
von Plastiktüten. Im Durchschnitt verwende jeder Bundesbürger
jährlich nur 71 Tüten, während es im EU-Durchschnitt 198 wären. Hinzu
komme, dass diese Tragetaschen aus Recyclingmaterial hergestellt
würden und über die Gelbe Tonne der Verwertung zugeführt würden,
sagte Hinsken der MZ. Eine zusätzlich Belastung durch eine Abgabe,
die die Verbraucher mit rund 1,2 Milliarden Euro im Jahr zusätzlich
belaste, sei „schlicht überflüssig“, erklärte Hinsken. Auch das
Bundesumweltministerium lehnte eine Abgabe auf Tüten mit Verweis auf
die „nahezu hundertprozentige Recyclingquote“ ab. Demgegenüber sagte
der Bundesgeschäftsführer der DUH, Jürgen Resch: „Wir können nicht
allein auf unser duales System der Abfallvermeidung setzen. Wir
benötigen ein effizientes Instrument zur Müllvermeidung.“ Resch
verwies auf das Beispiel Irland, wo die Tüten-Abgabe von 22 Cent
eingeführt wurde. Danach sank der Plastiktütenverbrauch auf der
grünen Insel von 328 auf acht Stück pro Kopf und Jahr. Die
Umweltorganisation verlangt eine Abgabe gleichermaßen für bislang
kostenpflichtige wie kostenlose Plastiktüten. Das eingenommene Geld
solle an Umwelt- und Naturschutzstiftungen der Bundesländer gehen und
für Projekte zur Abfallvermeidung und -verwertung eingesetzt werden.
Wenn der Bund nicht tätig werde, könnten die Länder jeweils derartige
Abgaben erheben, sagte Resch dieser Zeitung. Bei diesen Tüten bestehe
die Gefahr, dass sie sich im Boden festsetzen oder in die Meere
gelangen, wo bereits Hunderttausende Tonnen dieses Mülls trieben.
Vögel und Fische würden Plastikpartikel über ihre Nahrung aufnehmen.
Damit seien in der Folge auch Menschen gefährdet. Als Alternativen
zum Plastikbeutel seien nicht etwa Papiertüten, die in der
Herstellung ebenfalls die Umwelt beeinträchtigen, sondern
Mehrweg-Tragetaschen aus Kunststoff-Recyclingmaterial sinnvoll. Und
Tragetaschen aus Naturfasern, etwa Baumwolle oder Jute, würden
bereits nach 20-maligem Gebrauch in der Öko-Bilanz den
Mehrweg-Kunststoff-Taschen gleichkommen, sagte Resch.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
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