Mittelbayerische Zeitung: Zorneding istüberall / Kommentar zu den Drohungen gegen Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende

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Die Geschichte um den Rücktritt des Zornedinger
Pfarrers Olivier Ndjimbi-Tshiende geht alle Bayern an: Dass Menschen
einem Pfarrer Gewalt androhen, weil er für Nächstenliebe gegenüber
Flüchtlingen eintritt, ist beschämend. Dass die örtliche Spitze der
CSU eben diesen Pfarrer rassistisch betitelt, ist widerwärtig. Dass
führende Politiker dieser Partei in sozialen Netzwerken zu dem Fall
schweigen, wirft kein gutes Licht auf sie. Es ist ein Fall, der
wieder einmal zeigt, dass Fremdenfeindlichkeit beileibe nicht nur in
Randgruppen vorkommt und beileibe nicht nur in Sachsen. Sie war nie
ganz weg, durch die Flüchtlingsdebatte wird sie wieder stärker. Sie
ist mitten in der Gesellschaft, auch in Bayern. Etwa ein Zehntel der
Deutschen haben laut Studien ein geschlossenes rechtsextremes
Weltbild, etwa jeder vierte teilt ausländerfeindliche Einstellungen.
Anders gesagt: Zorneding ist überall.

Pressekontakt:
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