Mittelbayerische Zeitung: Zu wenig cool / Kommentar zur Schieflage bei Wöhrl

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Managementfehler – ein Urteil, das
(vor-)schnell gefällt ist. Wenn ein Unternehmen in Schieflage gerät,
sind dafür in der Regel mehrere Gründe ausschlaggebend. Dies gilt
auch für den Modehändler Wöhrl. Im Nachhinein war der Kauf des
Konkurrenten Sinn-Leffers vielleicht nicht die beste Entscheidung,
der Auslöser für die finanziellen Probleme war er sicherlich nicht
alleine. Das traditionelle Modehaus mit dem Knopf im Logo hat es
nicht geschafft, sich richtig für die Jetzt-Zeit zu positionieren.
Bei „Wöhrl“ einzukaufen, gilt gerade bei den jüngeren Mode-Shoppern
als wenig cool. Sie gehen lieber zu Zara, H&M oder Primark – wenn sie
denn überhaupt noch gehen und nicht virtuell in die Modewelt
eintauchen. Doch auch viele bislang treue Kunden klicken Kleid,
Kostüm, Shirt oder Short immer öfter im Internet an. Außerdem reicht
die bloße Präsenz in Fußgängerzonen oder Einkaufszentren heute nicht
mehr aus. Mit Marken allein kann man nicht mehr punkten. Und es
besteht die Gefahr, dass der propagierte Platz in der Mitte von so
manchem mit Mittelmaß gleichgesetzt wird. Wöhrl muss sich also
dringend neu aufstellen, um den Erfolgsfaden aufzunehmen.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de

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