Mitteldeutsche Zeitung: Günther-Adolphi-Straße Auschwitz-Komitee empört über Namensvergabe in Merseburg

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Eine nach dem international anerkannten
Verfahrenstechniker Günther Adolphi (1902-1982) benannte Straße in
Merseburg (Saalekreis) schlägt hohe Wellen. Kurz nachdem die Stadt
die jahrelang nur mit einer Nummer versehene Straße auf Vorschlag der
örtlichen Hochschule der Forscher gewidmet hatte, haben zwei
Historiker eine Debatte über die die Rolle des Namensgebers in der
NS-Zeit angestoßen, in der sich seit gestern auch das
Internationale Ausschwitz-Komitee, ein Zusammenschluss von
Auschwitz-Überlebenden und ihren Organisationen, zu Wort gemeldet
hat. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung
(Donnerstag-Ausgabe). Adolphi soll während der NS-Zeit Zwangsarbeiter
bei einem Fabrikbau in Auschwitz eingesetzt habe. „Die Hochschule und
die Stadt tun gut daran, diese schlampige und absolut pietätlose
Entscheidung baldmöglichst zu korrigieren“, erklärte Christoph
Heubner, Geschäftsführender Vizepräsident des Auschwitz-Komitees. „Es
mutet makaber an, 2014 eine Straße auf einem Hochschulcampus nach
einem Wissenschaftler zu benennen, der tief ins Auschwitz-System
verstrickt war“, sagte Heubner. Sollte an den Vorwürfen etwas dran
sein, werde die Straße sofort umbenannt, sagte Oberbürgermeister Jens
Bühligen.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200

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