Mitteldeutsche Zeitung: Innenpolitik/Sachsen-Anhalt Fast normaler Karneval – Migranten fahren bei Rosenmontags-Umzug mit

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Trotz Terror, Gewalt und Flüchtlingskrise:
Sachsen-Anhalts Karnevalisten bereiten sich auf einen fast normalen
Faschingshöhepunkt vor – die Rosenmontagsumzüge. „Ich bin relativ
gelassen“, sagte der Präsident des Karneval-Landesverbandes, Dirk
Vater, der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung
(Dienstagausgabe). Die Polizei im Osten des Landes sprach zwar von
verstärkter Präsenz. „Das ist aber wie immer im Karneval“, so Ralf
Moritz, Sprecher der Polizeidirektion in Dessau-Roßlau. In Dessau
und Köthen finden am Sonntag und Montag zwei der größeren Umzüge
statt. „Wir haben keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung“, so
Moritz. Das verlautete auch aus dem Innenministerium. Auch
Sicherheitszonen für Frauen, wie sie am Rhein nach den Kölner
Vorfällen der Silvesternacht eingeführt werden, seien nicht geplant,
so Moritz. Beim Köthener Karnevalsverein Kukakö hieß es zwar, die
Sicherheitsvorkehrungen seien bürokratischer geworden – erstmals habe
das Konzept der Veranstalter schriftlich vorgelegt werden müssen. Von
einer Verschärfung könne man aber nicht reden. In Dessau wurden
Vereine nach Angaben der Organisatoren lediglich gebeten, leere
Kartons oder Rücksäcke nicht auf der Straße stehen zu lassen, um
Irritationen zu vermeiden. In Halle war von einem etwas verschärften
Konzept mit mehr Sicherheitspersonal die Rede. „Wir gehen dem aber
auch gelassen entgegen“, so Vereins-Chef Volker Rosenau. Vorgaben zum
inhaltlichen Umgang mit den Themen Terror, Gewalt und Flüchtlinge
gebe es nicht, sagte Verbandschef Vater – lediglich den Hinweis
„verantwortungsbewusst damit umzugehen“. Gänzlich aussparen lasse
sich das Flüchtlingsthema nicht. „Dazu ist es im Tagesgeschehen zu
präsent. Aber man sollte nicht über die Stränge schlagen.“
Kostümierungen wie jüngst in Hübitz (Mansfeld-Südharz), wo Gäste im
Dschihadisten-Kostüm mit Attrappen von Munitionsgürteln erschienen,
„sind für mich nicht mehr lustig“. In Köthen werden Flüchtlinge sogar
bewusst in den Rosenmontagsumzug integriert. Auf dem Mottowagen des
Deutschen Fördervereins für Sanitätswesen würden 15 bis 20 Gäste aus
Syrien, Afghanistan und Indien mitfahren, sagte Vereinschef Raymond
Schulz der Zeitung. „Die Flüchtlinge gehören zu unserem Alltag, wir
wollen sie integrieren – und sie den Karneval kennenlernen.“ Der
Verein ist in der Flüchtlingsbetreuung aktiv. Auch auf anderen
Faschingsveranstaltungen sei er bereits mit Flüchtlingen gewesen, so
Schulz – ohne negative Reaktionen.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200

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