Mitteldeutsche Zeitung: Ostbeauftragte Gleicke: Ostdeutsche sind längst auf Augenhöhe

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Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke
(SPD), hat die Entscheidung der DDR-Volkskammer für einen Beitritt
zur Bundesrepublik am Sonntag vor 25 Jahren gewürdigt. „Es handelt
sich um eine Sternstunde des deutschen Parlamentarismus, um ein
historisches Ereignis ersten Ranges und in gewisser Hinsicht um den
Schlussakkord der Friedlichen Revolution handelt“, sagte sie der in
Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe) aus
Anlass eines am Sonntag stattfindenden Festaktes. „Die freigewählte
Volkskammer und die Regierung de Maizière hatten es alles andere als
leicht. Man darf doch nicht vergessen, dass sie einem in Jahrzehnten
eingespielten Westdeutschland mit einer reibungslos funktionierenden
Verwaltung gegenüberstanden.“ Die meisten Ostdeutschen, die damals
Verantwortung trugen, hätte „ihr Bestes gegeben und schon fast
Übermenschliches geleistet“. Zwar gebe es bei manchen bis heute „das
Gefühl, dass man bei der Vereinigung über den Tisch gezogen worden
ist“, fügte Gleicke hinzu. Eben deshalb werbe sie nun „für noch mehr
Selbstbewusstsein im Osten. Wir Ostdeutschen sitzen nicht mehr hinter
der Mauer und machen mit glänzenden Augen die Westpakete auf. Wir
haben die Diktatur hinweggefegt, wir haben die Mauer niedergerissen,
wir haben uns in den letzten 25 Jahren ganz viel Neues aufgebaut und
Gott sei dank auch Manches bewahrt. Wir sind schon längst auf
Augenhöhe.“ Manches wie eine in Teilen falsche Privatisierungspolitik
der Treuhand oder das investitionshemmende Prinzip der Rückgabe vor
Entschädigung seien im Übrigen nicht mehr rückgängig zu machen. Umso
wichtiger sei es daher, Fehlentwicklungen wie der Abwanderung
entgegenzuwirken und einen gerechten Bund-Länder-Finanzausgleich
hinzubekommen. Die Ostbeauftragte betonte: „Die Vollendung der
deutschen Einheit steht nach wie vor auf der Tagesordnung. Wir haben
schon so viel erreicht. Den Rest schaffen wir auch noch.“

Gleicke hat ehemalige Volkskammerabgeordnete der DDR anlässlich
des Beschlusses vom 23. August 1990, der Bundesrepublik beizutreten,
zu einem Festakt eingeladen. Er wird am Sonntag unter der Überschrift
„Entscheidung in Freiheit“ im Rohbau des Berliner Stadtschlosses
stattfinden. Hauptredner werden der letzte DDR-Ministerpräsident
Lothar de Maizière und Jens Reich sein.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200

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