Mitteldeutsche Zeitung: Politik Thüringen erwägt den Austritt aus dem MDR

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Im Streit um die Reform des Mitteldeutschen
Rundfunks (MDR) droht der Dreiländeranstalt womöglich eine
Zerreißprobe. Nach Informationen der in Halle erscheinenden
Mitteldeutschen Zeitung (Dienstagausgabe) prüft die thüringische
Landesregierung unter anderem einen Austritt aus dem MDR und einen
Beitritt zum Hessischen Rundfunk (HR). Sondierungsgespräche sollen
bereits stattgefunden haben. Der zuständige Medienstaatssekretär
Malte Krückels (Linke) äußert sich dazu nicht konkret. „Wir prüfen
alle Optionen“, sagte Krückels der Zeitung. Seit Wochen steht der
von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen getragene und vor allem
durch Gebühren finanzierte MDR unter Druck. Intendantin Karola Wille
will mit der Reform „MDR 2017“ den öffentlich-rechtlichen Sender
umbauen, um die Möglichkeiten des Internets effektiver nutzen zu
können. Eigentlich geht die Reform weitgehend an Thüringen vorbei –
es werden vor allem Mitarbeiter und Redaktionen zwischen Halle und
Leipzig hin und her geschoben. Den Thüringern ist dabei aufgestoßen,
dass in Halle künftig digitales Kinderradio produziert werden soll –
das sähen die Thüringer lieber in Erfurt beim Kika angesiedelt, dem
TV-Kinderkanal von ARD und ZDF. Von den mehr als 2 000 fest
angestellten Mitarbeitern des MDR entfallen nur 100 auf Thüringen, in
Sachsen-Anhalt sind es etwa 400. Mit gut 1 500 Mitarbeitern arbeitet
der übergroße Teil der MDR-Belegschaft in Sachsen.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200

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