Mitteldeutsche Zeitung: Rechtsextremismus Nebenklage im NSU-Prozess warnt vor Platzen des Verfahrens

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Der Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler, Vertreter der
Nebenklage im Münchner NSU-Prozess, hat angesichts der jüngsten
Anzeige der Hauptangeklagten Beate Zschäpe gegen drei ihrer vier
Pflichtverteidiger wegen angeblicher Verletzung der Schweigepflicht
vor einem Platzen des Prozesses gewarnt. „Wir verhandeln unter einem
Damoklesschwert“, sagte er der in Halle erscheinenden
„Mitteldeutschen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe). „Und das Seil, an dem es
hängt, wird immer dünner.“ Daimagüler fügte hinzu: „Entweder das
Verfahren platzt. Oder die Gefahr einer Revision steigt. Wenn es
platzt und neu aufgerollt werden muss, könnte es auch sein, dass
Zschäpe aus der Untersuchungshaft entlassen werden muss. Denn eine zu
lange U-Haft kann gegen die Menschenrechtskonvention verstoßen.“
Zuvor hatte bereits die Ombudsfrau der Bundesregierung für die
NSU-Opfer und ihre Hinterbliebenen, Barbara John, ihre Besorgnis
geäußert. Sie erklärte der „Mitteldeutschen Zeitung“, auf die Opfer
und auf sie selbst wirke das aktuelle Hin und Her „in gleicher Weise
beunruhigend“. Denn wenn der Prozess platze, „dann hört auch die
Suche nach den Schuldigen auf. Das ist für die Familien eine
Horrorvorstellung, dass die zweitschlimmste Mordserie der
Nachkriegszeit ohne Ergebnis bleiben könnte.“

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200

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