Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt/Innenpolitik Ex-Bürgermeister Nierth: „Haseloff gibt Asylgegnern nach“

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Ein Jahr nach seinem Rücktritt hat der
Ortsbürgermeister von Tröglitz (Burgenlandkreis), Markus Nierth
(parteilos), scharfe Kritik an der Position von Sachsen-Anhalts
Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in der Flüchtlingsdebatte
geübt. Mit seiner Forderung nach einer Obergrenze für den Zuzug
verschiebe Haseloff „unsere gesellschaftlichen Werte und gibt damit
scheinbar den laut schreienden Asylgegnern nach“, sagte Nierth der in
Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Donnerstagausgabe).
Nierth erklärte, Haseloff „hätte die Verantwortung für sein Land
mutiger wahrnehmen können“. In einer Regierungserklärung nach dem
Brandanschlag in Tröglitz im April vorigen Jahres habe sich der
Ministerpräsident noch zur Aufnahme von mehr Flüchtlingen bekannt.
Das sei mutig und visionär gewesen. Jetzt seien auch viele
ehrenamtliche Flüchtlingshelfer, die diese Erklärung ernst genommen
hätten, enttäuscht. Nierth war am 5. März vorigen Jahres von seinem
Amt als ehrenamtlicher Ortsbürgermeister zurückgetreten. Wegen einer
in dem 2 700-Einwohner-Ort geplanten Flüchtlingsunterkunft wollten
Neonazis vor seinem Haus demonstrieren. Er fühlte sich von den
Behörden im Stich gelassen und wollte seine Familie schützen. Vier
Wochen später wurde das als Unterkunft vorgesehene Haus angezündet.
Der Anschlag ist bis heute nicht aufgeklärt.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200

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