Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt/Innenpolitik Mordfall Yangjie Li: Stiefvater des Tatverdächtigen auch politisch unter Druck

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Der Steifvater des Hauptverdächtigen im Mordfall
Yangjie Li gerät auch politisch unter Druck. Jörg S. ist nicht nur
Leiter des Dessauer Polizeireviers, sondern auch CDU-Stadtrat. Unter
anderem Parteifreunde fordern nun politische Konsequenzen: Weil der
eigentlich krankgeschriebene Revierleiter einen Tag nach der
Trauerfeier für Yangjie Li ein Gartenlokal eröffnent hat. „Sein
Verhalten ist eine absolute Entgleisung“, sagte
CDU-Kreisparteichefin Christiane Nöthen. „Es ist pietätlos und
unmöglich: Die Eltern waren noch in der Stadt, die Urne mit der Asche
ihrer ermordeten Tochter in den Händen – und da wird ein Gartenlokal
eröffnet. Wir sind gezwungen, einzugreifen.“ Der Vorstand will mit
der Fraktion in den nächsten Tagen eine Entscheidung treffen.
Mehrere Möglichkeiten stehen im Raum: Jörg S. soll von selbst sein
Mandat ruhen lassen oder gar niederlegen, es könnte aber auch ein
Ausschluss aus der Fraktion eine Option sein. „Es geht hier nicht um
eine Vorverurteilung der Tatverdächtigen oder auch der Eltern“, sagte
Nöthen der Zeitung. „Die Aufklärung des Falls ist Aufgabe von
Polizei, Justiz und Experten.“ Sondern es gehe um das individuelle
Verhalten in „so einer besonders sensiblen Situation“.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200

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