Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt Nach umstrittenem Asyl-Artikel: Philologenchef fühlt sich aus dem Amt gedrängt

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Der zurückgetretene Chef des Philologenverbandes
Sachsen-Anhalt, Jürgen Mannke, fühlt sich vom Verbandsvorstand aus
dem Amt gedrängt. „Ein vertrauensvolles Arbeiten war nicht mehr
möglich“, sagte Mannke der Mitteldeutschen Zeitung (Dienstagausgabe).
Zwar habe der Vorstand Mannkes Rücktrittsangebot infolge seiner
umstrittenen Äußerungen zu Flüchtlingen im November nicht angenommen.
Doch wenige Tage darauf, am 12. November, hätten fünf von acht
Mitgliedern ihm per E-Mail einen Rücktritt nahegelegt. „Es tut sehr
weh, wie ich behandelt worden bin“, sagte Mannke. Im aktuellen
Vorstand werde bedauert, dass Mannke zudem aus dem Verband
ausgetreten sei, sagte Hermann Weinert, Mannkes Nachfolger als
Repräsentant des Verbands. Ihm sei nicht bekannt, dass
Vorstandsmitglieder Mannke zum Rücktritt gedrängt hätten. „Es gab
aber Sorgen aus dem Vorstand heraus, dass es nicht wie bisher
weitergehen könne.“ Mannke hatte in einem Leitartikel der
Mitgliederzeitschrift vor einer „Immigranteninvasion“ und angebliche
sexuelle Belästigungen durch Asylbewerber gewarnt. Dies hatte für
bundesweite Kritik gesorgt. Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan
Dorgerloh hatte gewarnt, der Philologenverband verstärke so Gerüchte
und verbreite Halbwahrheiten. Der Verband gilt als Fachgewerkschaft
der Gymnasiallehrer.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200

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