Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt/Thüringen/Verkehr Autobahnen: Millionenprojekt für Stauumfahrung in Mitteldeutschland

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Mit einem Millionenprojekt sollen die Verkehrsströme
auf den Autobahnen in Sachsen-Anhalt und Thüringen ab 2017 besser
gesteuert werden. Ziel ist, den Autofahrern bei Havarien und
Unfällen frühzeitig Alternativrouten anzubieten, um längere Staus und
Wartezeiten zu vermeiden. Dazu werden an den Autobahnkreuzen Erfurt
und Rippachtal je vier Schilderbrücken errichtet, auf denen
entsprechende Hinweise erscheinen. „Die Arbeiten starten noch in
diesem Jahr, ab 2017 soll das neue System einsatzbereit sein“, sagte
Rainer Schmidt, Experte für Verkehrsleitsysteme der
Landesstraßenbaubehörde in Sachsen-Anhalt, der in Halle erscheinenden
Mitteldeutschen Zeitung (Samstagausgabe). Die Kosten von 4,5
Millionen Euro trägt der Bund.

Eingebunden in die sogenannte Netzbeeinflussung sind zunächst vier
Autobahnen. Im Fokus stehen die A4 und die A71 mit ihren vielen
Tunneln. „Sollte dort ein Tunnel gesperrt werden, müssen wir sehr
schnell reagieren“, sagte Schmidt. So könnte der Verkehr aus Halle
Richtung Frankfurt entweder über die A38 und die A71 oder über die A9
und die A4 geführt werden. Ziel ist in jedem Fall, die Autofahrer
frühzeitig und großräumig umzuleiten. Um ihnen entsprechende Hinweise
geben zu können, wird die Verkehrslage an 36 Messstellen erfasst. „Es
ist doch deutlich besser, die Menschen sind eine halbe Stunde länger
unterwegs als dass sie drei Stunden im Stau stehen.“ Die Einbindung
der vier Autobahnen ist für Schmidt aber nur ein erster Schritt. So
soll nach der Fertigstellung der A143, also der Westumfahrung Halles,
am Anschluss an die A14 ein dritter sogenannter Entscheidungspunkt
installiert werden. Autofahrer aus Magdeburg, die Richtung München
unterwegs sind, könnten dann entweder wie bisher über die A14 und die
A9 an Halle vorbeigeführt werden oder aber über die Westumfahrung
und die A38. „Mit der zusätzlichen Option macht die Netzbeeinflussung
in Sachsen-Anhalt richtig Sinn“, sagte Schmidt. Sachsen-Anhalts
Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) misst der neuen Technik hohe
Bedeutung zu. „Damit wird ein länderübergreifendes
Verkehrsmanagementsystem geschaffen, welches die Mobilität
intelligent lenkt und den Verkehrsfluss verbessert“, sagte er dem
Blatt. Ähnlich äußerte sich seine Thüringer Ressortkollegin Birgit
Keller (Linke). „Wir können flexibel und schnell auf die
Verkehrssituation reagieren. Dies sorgt für kürzere Reisezeiten und
reduziert die Umweltbelastungen.“ Der ADAC begrüßt die Einführung des
neuen Systems. „Gerade in einem Transitland wie Sachsen-Anhalt
müssen die Schnittstellen funktionieren“, betonte Christine Retting,
Sprecherin des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Wichtig sei vor
allem der verstärkte Informationsaustausch zwischen einzelnen
Ländern. „Das hat bisher nicht immer optimal geklappt.“

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200

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