Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalts Verfassungsschutz warnt vor einer Radikalisierung der Gesellschaft

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Magdeburg/MZ – Der sachsen-anhaltische
Verfassungsschutz hat angesichts des Flüchtlingszustroms vor einer
drastischen Zunahme von Fremdenfeindlichkeit und einer
Radikalisierung der Gesellschaft gewarnt. „Die Situation ist ernst,
wir wissen derzeit noch nicht genau, wo das noch hingeht“, sagte der
Chef des Verfassungsschutzes, Jochen Hollmann, im Gespräch mit der in
Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Montagausgabe) Da man
noch ganz am Anfang stehe, die Flüchtlinge unterzubringen, sei
unklar, „welche Regungen das in der Bevölkerung noch hervorruft“.
Erschreckend sei, dass „das Bürgertum überhaupt nicht mehr
differenziert“, sagte der Referatsleiter Rechtsextremismus beim
Verfassungsschutz, Hilmar Steffen. Vor der Flüchtlingskrise habe es
eine klar erkennbare Grenze zwischen rechtsextremen Parteien und
neonazitischen Kameradschaften auf der einen und der
Zivilgesellschaft auf der anderen Seite gegeben. „Diese Grenze löst
sich jedoch zunehmend auf“, so Steffen. Der Verfassungsschutz stockt
sein Personal um acht Stellen auf. „Wir müssen uns rechtzeitig auf
Dinge vorbereiten, die wir auf uns zukommen sehen“, so Hollmann.
Schwerpunkt der Neubesetzungen sei der Bereich Rechtsextremismus,
aber auch das Referat Islamismus werde aufgestockt. „Es ist zu
befürchten, dass sich Salafisten den Flüchtlingen nähern, wenn
erstmal die erste Euphorie verflogen ist und der Alltag in den
Flüchtlingsunterkünften einzieht“, so Hollmann.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Walter Zöller
Telefon: 0345 565 4266

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