Mitteldeutsche Zeitung: zu Amnesty/Prostitution

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Bisher sind Länder, die die Prostitution legalisiert
haben, an diesem Anspruch gescheitert. Auch Deutschland, ein Staat
mit funktionierender Justiz und gutem Sozialsicherungssystem. Vor
mehr als zehn Jahren wurde ein Gesetz verabschiedet, das die soziale
Akzeptanz der Huren erhöhen und ihnen die Sicherheit eines
gewöhnlichen Jobs zu bieten versuchte. Doch profitieren die Frauen
kaum. Junge Prostituierte bieten sich nach wie vor für wenig Geld an.
Nur einzelnen gelingt selbstbestimmtes und fair bezahltes Arbeiten.
Stattdessen florieren die Strukturen der Ausbeuter: Freier genießen
neue Freiheiten, Zuhälter und Bordellbetreiber verdienen an
Flatrate-Sex. Staatliche Kontrolle in der lukrativen Branche greift
kaum. Wie also Schutz besserer funktionieren soll, zumal in armen und
rechtsstaatlich weniger entwickelten Ländern – diese Antwort bleibt
Amnesty leider schuldig.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200

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