Mitteldeutsche Zeitung: zu Böhmermann

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Ein Gericht wird nun beurteilen müssen, ob es sich
bei Böhmermanns Satire um eine von der Meinungs- und Kunstfreiheit
nicht gedeckte Schmähkritik gehandelt hat. Böhmermann wollte nach
eigenem Eingeständnis den türkischen Präsidenten sowohl kränken als
auch diffamieren, doch offensichtlich hatte seine Satire einen
sachlichen Bezug: die von Erdogan verfügte Unterdrückung der
Meinungsfreiheit, die Verfolgung unbotmäßiger Journalisten und
Künstler, die Repressionen gegen auf ihre Unabhängigkeit pochende
Richter. Hat Böhmermann also erreicht, was er wollte? Wenn sein Ziel
gewesen ist, Erdogan zu reizen, die Bundesregierung in eine
unangenehme Lage zu bringen und seinen Namen populär zu machen, dann
hat er es erreicht. Sollte seine Absicht hingegen gewesen sein, eine
Debatte über die repressive Politik Erdogans in Gang zu setzen, dann
hat er es dramatisch verfehlt. Aus der Mediendemokratie droht eine
Gelächterdemokratie zu werden. Der Diskurs hat ausgedient, es zählt
die schärfste Pointe.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200

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