Mitteldeutsche Zeitung: zu Lokführerstreik

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Keiner aber treibt es so bunt wie die Lokführer. Mit
aller Macht wollen Weselsky und seine Truppen die Rechte einer
Minderheit gegen die Interessen der Mehrheit durchsetzen. Damit sind
nicht die Bahnkunden gemeint, sondern die Kollegen, die nicht der GDL
angehören. Weselsky kämpft nicht allein gegen das Management der
Bahn, sondern vor allem gegen die Konkurrenzorganisation EVG. Diese
deutlich größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft will er
zurückdrängen. Damit bekommt dieser Arbeitskampf Bedeutung über den
Einzelfall hinaus. Während sich das Land auf den Rekordstreik
vorbereitete, beriet der Bundestag über ein Gesetz, das Auswüchse
wie diesen verhindern soll. Die Kritik daran kommt völlig überzogen
daher. Unter dem Deckmantel des Minderheitenschutzes streiten
Weselsky und Co. dafür, ihren Egotrip auf Kosten der Allgemeinheit
und der Kollegen fortsetzen zu können. Die Tarifeinheit ist kein
Instrument, um Gewerkschaften zu beschneiden oder gar das Streikrecht
auszuhebeln. Sie sorgt für einen fairen Interessenausgleich zwischen
Starken und Schwachen unter den Beschäftigten.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200

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