Monitor: Griechische Regierungübt heftige Kritik am Privatisierungs-Deal mit Fraport

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Die griechische Regierung übt heftige Kritik an der
geplanten Privatisierung von 14 Flughäfen, für die die Frankfurter
Fraport AG bereits unter der Vorgänger-Regierung den Zuschlag
erhalten hat. Unter den Flughäfen befinden sich die beliebtesten
Touristenziele des Landes.

Gegenüber dem ARD-Magazin „Monitor“ (heute 21.45 Uhr im Ersten)
äußerte sich der zuständige griechische Infrastrukturminister
Christos Spirtzis: „Bei dieser Privatisierung soll der griechische
Staat 14 gewinnbringende Flughäfen verkaufen, und die anderen 30
Flughäfen, die keinen Gewinn machen und subventioniert werden müssen,
bleiben beim griechischen Staat. Das ist ein Modell, das so noch
nirgendwo in Europa angewandt wurde. Das passt eher zu einer Kolonie
als zu einem EU-Mitgliedsland.“

Die Lufthansa Consulting, die den griechischen
Privatisierungsfonds HRADF im Bieterprozess beraten hat, bestätigte
gegenüber Monitor, dass bei dem Geschäft „sicherlich von einer
wirtschaftlichen Lukrativität ausgegangen werden“ kann. Dafür
sprechen auch die jüngsten Flug- und Passagierzahlen: So stieg die
Zahl der Flüge an den 14 Flughäfen im letzten Jahr um knapp 14
Prozent, die der Passagiere um fast 20 Prozent, auf über 22
Millionen.

Vor einer Privatisierung unter Zeitdruck warnt Alexander Kritikos
vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung gegenüber „Monitor“:
„Wenn es tatsächlich dazu kommt, dass diese staatlichen Unternehmen
schnell verhökert werden, dann wird man sich darüber tatsächlich
ärgern, denn derzeit sind sie nicht zu ihrem wirklichen Wert
verkaufbar, und wir werden in der Tat sehen, dass die nächste
Regierung sich darüber ärgern wird, dass sie konzeptionslos in die
Privatisierung reingegangen ist.“

Die deutsche Fraport AG, mehrheitlich im Besitz der Stadt
Frankfurt und des Landes Hessen, hatte gemeinsam mit dem griechischen
Partner Copelouzos Group im letzten Jahr den Bieterwettbewerb um die
Konzession für den Betrieb der 14 wichtigsten griechischen
Regionalflughäfen mit einem Gebot von 1,23 Milliarden Euro gewonnen.
Der Vertrag ist zunächst auf 40 Jahre angelegt. Der Erlös fließt in
den griechischen Privatisierungsfonds, der insgesamt 50 Milliarden
Euro erwirtschaften soll. Mit den Privatisierungserlösen soll der
griechische Staat vor allem seine Schulden begleichen.

Pressekontakt:
WDR Presse und Information
Kristina Bausch
Tel. 0221 220 7118
kristina.bausch@wdr.de

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