München löst Berlin als Top-Standort in Deutschland ab – London europaweit an der Spitze (FOTO)

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– Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zogen 2016 die meisten
Projekte unter den Bundesländern an
– Chinesen investieren am liebsten in NRW, US-Amerikaner in
Bayern
– In Bayern entstanden die meisten Arbeitsplätze
– London, Paris und Berlin haben europaweit das beste Image
– „Das nächste Google“ wird in Deutschland am ehesten Berlin
zugetraut

Berlin hat 2016 den Spitzenplatz als Deutschlands
Investitionshauptstadt verloren: München zog mit 111 gezählten
ausländischen Direktinvestitionen vorbei. Auch Düsseldorf kam mit 98
Direktinvestitionen auf mehr Projekte als Berlin (97). Im Jahr 2015
hatte die deutsche Hauptstadt mit 117 Projekten noch den ersten Platz
belegt.

Die drei Städte reihen sich damit auf den Plätzen drei, vier und
fünf im europaweiten Ranking ein. Die mit weitem Abstand meisten
Direktinvestitionen ausländischer Investoren zog London an (444),
gefolgt von Paris (177).

Die Anzahl der Investitionen in Berlin ist im vergangenen Jahr
zwar zurückgegangen, das Niveau blieb dort aber weiterhin sehr hoch –
im Zehnjahresvergleich gab es nur im Rekordjahr 2015 mehr
Direktinvestitionen. Und das Image der Bundeshauptstadt unter
ausländischen Unternehmen ist weiter bestens: In einer weltweiten
Befragung von 505 ausländischen Unternehmen bezeichnen 25 Prozent
Berlin als einen von drei europäischen Top-Standorten. Europaweit
haben nur London (32 Prozent) und Paris (27 Prozent) ein besseres
Image. Die beiden deutschen Städte Frankfurt (16 Prozent) und München
(10 Prozent) belegen im europäischen Ranking gleich hinter Berlin die
Plätze vier und fünf.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und
Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) zur Attraktivität des
Wirtschaftsraums Europa und zu tatsächlichen Investitionsprojekten
ausländischer Unternehmen in Europa.

„Trotz des Brexit-Votums zur Jahresmitte wurde 2016 in London
kräftig investiert“, sagt Bernhard Lorentz, Partner bei EY und Leiter
des Bereichs Government & Public Sector für Deutschland, die Schweiz
und Österreich. „Allerdings hat das Image Londons als
Investitionsstandort Kratzer bekommen: Der Anteil der Manager, die
London als einen der Top-Standorte in Europa bezeichnen, ist im
Vergleich zur Befragung im Jahr 2015 um 20 Prozentpunkte auf 32
Prozent zurückgegangen. Sollte es tatsächlich zu einem harten Brexit
kommen, dürfte die Investitionsbereitschaft in der britischen
Hauptstadt deutlich nachlassen. Die deutschen Städte bringen sich
bereits in Position: Kein anderes Land stellt so viele Städte unter
den Top 20 wie Deutschland. Wenn London als attraktiver
Investitionsstandort ausfällt, weil der Zugang zum europäischen
Binnenmarkt fehlt, würden sie zusätzlich profitieren.“

Im Bundesländer-Vergleich lagen die großen, wirtschaftsstarken
Flächenländer vor Berlin: Nordrhein-Westfalen zog mit 244 die meisten
Projekte an, Baden-Württemberg belegt mit 232 Projekten den zweiten
Platz. Bemerkenswert: Auf diese beiden Länder entfiel mit 45 Prozent
fast die Hälfte aller in Deutschland umgesetzten Projekte. Und beide
Länder legten kräftig zu: Nordrhein-Westfalen konnte 28 Prozent mehr
Investitionen anziehen als 2015, Baden-Württemberg sogar 53 Prozent.

NRW bei Chinesen beliebt – Bayern bei US-Amerikanern

Fabian Schuster, Partner Transaction Real Estate bei EY, ergänzt:
„Die hohe Zahl der Investitionen in München und Düsseldorf ist vor
allem US-amerikanischen bzw. chinesischen Investoren zu verdanken.“
Während US-Investoren in ganz Bayern 47 Mal investierten und damit
die mit Abstand größte Investorengruppe stellten, waren für
Nordrhein-Westfalen chinesische Unternehmen mit 68 Projekten
ebenfalls mit großem Abstand die wichtigste Investorengruppe.

„Bayern und NRW sind hochattraktive Industrie- und
Dienstleistungsstandorte“, so Schuster. „Der breite Branchenmix in
beiden Ländern zieht immer weitere Investitionen an. Düsseldorf
profitiert zudem vom zunehmenden Engagement chinesischer Investoren
in Deutschland. Die Landesregierung bemüht sich gezielt um die
Investoren aus Fernost. In Düsseldorf ist eine umfassende
Infrastruktur entstanden, etwa eine chinesische Wochenendschule,
direkte Flugverbindungen nach China, ein chinesisches Konsulat und
chinesische Unternehmensverbände.“

Für Investoren aus der Schweiz war hingegen das nahe gelegene
Baden-Württemberg das attraktivste Investitionsziel: Der Südwesten
konnte im vergangenen Jahr immerhin 58 Direktinvestitionen aus der
Schweiz anziehen.

Bayern mit bestem Image in Deutschland

Das beste Image unter den deutschen Bundesländern hat Bayern: Das
Bundesland ist nach Ansicht von 26 Prozent der befragten
ausländischen Manager besonders attraktiv für eine
Unternehmensansiedlung hierzulande. 13 Prozent halten Berlin für
besonders attraktiv und elf Prozent Nordrhein-Westfalen. Bei
Investoren, die bereits Erfahrungen in Deutschland gesammelt und
damit Vergleichsmöglichkeiten haben, gewinnt Bayern sogar noch weiter
an Sympathie: 34 Prozent derjenigen, die bereits in Deutschland
geschäftlich tätig sind, halten Bayern für besonders attraktiv.
Beliebtestes Investitionsziel bei den Managern ohne Erfahrung in
Deutschland ist dagegen Berlin. 24 Prozent dieser Investoren bewerten
die Bundeshauptstadt am besten.

„Die Wahrnehmung der Investitionsstandorte innerhalb Deutschlands
verschiebt sich je nach der Erfahrung der Investoren“, beobachtet
Lorentz. „Viele von denen, die Deutschland nur von außen kennen,
orientieren sich nach Berlin. Die Hauptstadt hat die größte
Strahlkraft: viele junge Talente, eine lebendige Start-up-Szene und
vergleichsweise günstige Mieten und Baukosten, auch wenn diese in den
vergangenen Jahren deutlich angezogen haben. Die Attraktivität
Bayerns erschließt sich offenbar vor allem bei genauerer Kenntnis des
Standortes: Das Bundesland kann unter anderem mit gut ausgebildeten
Fachkräften, wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen, der Nähe zu
Zulieferern und insgesamt einer sehr starken industriellen Basis
punkten.“

In Bayern entstehen die meisten Arbeitsplätze

Im Zuge der 194 Investitionsprojekte in Bayern wurden 5.138
Arbeitsplätze geschaffen – so viele wie sonst nirgendwo in
Deutschland. Die Projekte in Berlin hingegen waren überschaubarer und
sorgten nur für 532 neue Stellen. Damit entstanden in Bayern
durchschnittlich 26 Arbeitsplätze pro Investition, in Berlin nur 5.

„Die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze zeigt, dass Berlin es
nach wie vor nur selten schafft, größere Industrieprojekte
anzuziehen. In die Hauptstadt gehen Dienstleister, Start-ups und die
Verwaltungen und Repräsentanzen von Unternehmen. Produziert wird in
der Regel woanders“, sagt Schuster.

„Das nächste Google“ am ehesten aus Berlin

Auch wenn die Investitionsprojekte in Berlin leicht zurückgegangen
sind, kann die Hauptstadt mit ihrer lebendigen Startup-Szene in der
Wahrnehmung ausländischer Manager kräftig punkten: Immerhin sieben
Prozent der befragten ausländischen Manager trauen Berlin zu, das
„Google der Zukunft“ hervorzubringen. Frankfurt schneidet als
zweitplatzierte deutsche Stadt im weltweiten Städteranking mit drei
Prozent schon deutlich schlechter ab. „Berlin wird international als
Innovations-Hotspot Deutschlands wahrgenommen“, beobachtet Lorentz.
„Dieses Image bietet eine große Chance für die Bundeshauptstadt –
daran gilt es mit einer gezielten Förderung und einer weiteren
Verbesserung der Rahmenbedingungen für junge Unternehmen
anzuknüpfen.“

Die weltweit besten Voraussetzungen hat nach Ansicht der
Investoren aber der Hauptsitz von Google und anderen IT-Größen: San
Francisco mit dem Silicon Valley. 24 Prozent glauben, dass von dort
auch „das nächste Google“ kommt.

Pressekontakt:
Dag-Stefan Rittmeister
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Flughafenstraße 61
70629 Stuttgart
Telefon: (0711) 988 11 59 80
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