Muthesius Designerinnen gewinnen Bayrischen Staatspreis

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Das bayrische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie zeichnete am 6. März 2017 Nachwuchsdesignerinnen der Muthesius Kunsthochschule, Kiel, mit dem Bayrischen Staatspreis für Nachwuchsdesigner 2016 aus.
Die Jury aus renommierten Experten erkannte den Hauptpreis, dotiert mit 7500 Euro, der Industriedesignerin Andrea Meyer für ?Glaucus. Nachhaltige Fischerei ? Entwicklung eines intelligenten Netzes? zu. Die Masterarbeit im Medical Design entstand 2016 und wurde betreut von Prof. Detlef Rhein und Prof.in Dr. Rosan Chow. ?Die Ausarbeitung hat uns besonders aufgrund ihrer Ganzheitlichkeit und Konsequenz begeistert,? urteilte die Jury, ?Glaucus ist somit mehr als ein Fischfangnetz, sondern zeigt auf, was Design als problemlösungsorientiertes Instrument leisten kann: zum Umdenken anregen und Inspiration für weitere Entwicklungen in diesem Themenfeld liefern.?
Eine Anerkennung (dotiert mit 1000 Euro) wurde Janina Hünerberg (23) für ?mamelle?, einem Messgerät zur Diagnostik von Mastitis bei Milchkühen zugesprochen. Die Bachelorarbeit (betreut von Prof. Detlef Rhein und Prof.in Dr. Rosan Chow) wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem 1. Preis des James Dyson Awards 2016 und dem Muthesius Preis 2016. Das neuartige veterinärdiagnostische Gerät erlaubt die schnelle Diagnostik vor Ort und anschließende Behandlung der Tiere. Damit wird die aufwändige Labordiagnostik überflüssig und der Heilungsprozess der Milchkühe beschleunigt. Die Arbeit zeigt, dass Design in seiner Relevanz weit über die das Gestalten von Dingen hinausgeht und seinen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme stellt.
In der Kategorie Designtheorie/Designforschung bekam die Masterarbeit ?Pure North? von Michael Haberbosch und Vanessa Schnurre eine Anerkennung. Sie entstand 2016 und wurde von Prof. Wolfgang Sasse und Prof. Dr. Wolfgang M. Schmitz betreut.
Mit Preisgeld und einer Katalog-Dokumentation winkt den Gewinnern nach der feierlichen Preisverleihung in München auch eine Ausstellung ihrer Werke im Mai während der Coburger Designtage.
Der Bayrische Staatspreis für Nachwuchsdesigner wird alle zwei Jahre in acht Kategorien verliehen. Der Hauptpreis ging 2015 ebenfalls an das Industriedesign der Muthesius Kunsthochschule, Kiel, an Lisa Reichardt für MIMA, ein Überwachungskonzept zur Bienengesundheit.
Infos:
www.staatspreis.de
www.muthesius-kunsthochschule.de
Ergänzende Informationen:
„Glaucus“ ist ein pelagisch-autonomes Schleppnetz, welches mit Hilfe eines Monitoring-Systems nachhaltig und kontrolliert Fische fängt, wobei eine Überfischung von Beständen vermieden werden kann. Das intelligente Netz ist mit Sensortechnologie ausgestattet und fischt selektiv. Während des Fangprozesses wird entschieden, welche Fische gefangen werden dürfen. Die Besonderheit des Netzes liegt in der Aussortierung der verschiedenen Größenklassen der Fische durch variable Maschenweiten. Wenn der Beifanganteil zu groß ist oder die Fische nicht die dementsprechende Größe besitzen, wird der Fangprozess abgebrochen und die Fische werden befreit.
Eine nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände erfolgt durch die Vernetzung mit dem Monitoring-System, welches den Status Quo der Bestände ermittelt. Durch den Austausch der Daten können Fangquoten genauer berechnet und eine Überfischung vermieden werden.
?Mamelle? ist ein Messgerät zur sofortigen vor-Ort-Diagnostik von Euterentzündungen bei Milchkühen. Diese Erkrankung tritt sehr häufig in der Milchviehhaltung auf und kann zu einer erhöhten Keimbelastung der Milch bis hin zum Tod des Tieres führen. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika. Um das richtige Antibiotikum verabreichen zu können, muss die Art der krankmachenden Keime identifiziert werden. Bislang wird dazu eine Milchprobe im Labor untersucht. Vom Zeitpunkt der Milchprobenentnahme bis zum Ergebnis vergehen mehrere Tage. Häufig wird bereits vor der Laboranalyse auf Verdacht behandelt, da dies die einzige Möglichkeit ist, sofort auf die Erkrankung zu reagieren. Nach Erhalt der Analyseergebnisse wird die Behandlung angepasst, also ggf. ein weiteres Antibiotikum verabreicht, das genau auf den vorherrschenden Keim abgestimmt ist. ?mamelle? ermöglicht eine sofortige Untersuchung der Milch. Das Messgerät vereint die Probenentnahme, die Messung und die Anzeige der Ergebnisse in einem Produkt. Mithilfe der Raman-Spektroskopie, einem optischen Messverfahren, werden Art und Anzahl der Krankheitserreger innerhalb weniger Sekunden ermittelt. So ist es möglich, sofort die richtige Behandlung einzuleiten. Die Kuh kann schnellstmöglich genesen und der Einsatz von Antibiotika wird auf das Nötigste reduziert.
?Pure North ? skandinavisches Grafikdesign? untersucht die Zusammenhänge von skandinavischer Kultur und skandinavischen Grafikdesign. Seit einigen Jahren etabliert sich das skandinavische Grafikdesign von einem Impulsgeber aus dem Norden zu einem internationalen Phänomen, dessen ästhetische Ausdrucksweise die globale Designszene inspiriert und ihre Entwicklung stark beeinflusst. Um dieses Phänomen in Kiel zu diskutieren, organisierten die Kommunikationsdesigner Vanessa Schnurre und Michael Haberbosch den skandinavischen Lecture-Day, eingebettet in ein 3-tägiges Symposium, an der Kieler Kunsthochschule und legten anschließend die Ergebnisse als Dokumentation vor.

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