NABU begrüßt Vertagung von Abstimmung über Glyphosat-Neuzulassung

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Der NABU hat die Entscheidung auf EU-Ebene
begrüßt, die Neuzulassung des Pflanzengifts zu vertagen, weil bislang
keine Mehrheit zustande gekommen ist. Mehrere Mitgliedsstaaten hatten
eine Ablehnung angekündigt und auch Deutschland hatte kein
eindeutiges Votum abgegeben, da sich Bundeslandwirtschaftsministerium
und Bundesumweltministerium nicht einigen konnten.

Dazu erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Wir
begrüßen, dass das Umweltministerium hier seiner Rolle gerecht wird
und das Vorsorgeprinzip ernst nimmt. Die Entscheidung über die Zukunf
von Glyphosat darf kein Spiel auf Zeit sein, um das Mittel im Sommer
doch weiter im großen Stil einzusetzen. Die Zulassung von Glyphosat
muss solange ausgesetzt werden, bis Risiken für Mensch und Natur
eindeutig widerlegt sind.“ Die aktuelle Genehmigung des
Unkrautvernichters Glyphosat, das von der Gesundheitsorganisation WHO
als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft wird, läuft noch bis
Ende Juni.

Unabhängig davon fordert der NABU schon seit langem ein Verbot des
Mittels im Haus- und Kleingartenbereich. Miller: „Im Siedlungsraum
verschwinden immer mehr wildblumenreiche Flächen, Wildkrautvielfalt
wird einfach weggespritzt und Insekten und Vögeln fehlt die Nahrung.
Wer gegen Wildkraut vorgehen will, der sollte zur guten alten Hacke
oder einem speziellen Unkrautstecher greifen, und zwar seiner eigenen
Gesundheit zuliebe und zum Schutz von Tieren und Pflanzen.“

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte
Unkrautvernichtungsmittel. In Deutschland werden pro Jahr etwa 6.000
Tonnen versprüht, rund 39 Prozent aller Ackerflächen sind mit dem
Herbizid behandelt. Der NABU setzt sich seit vielen Jahren für ein
Verbot von Glyphosat ein. Mit einer Protestaktion hatte der NABU
erreicht, dass mehrere Baumärkte den Verkauf glyphosathaltiger
Produkte stoppten. Der NABU appelliert auch an die Online-Händler,
ihrer Verantwortung gerecht zu werden und Glyphosat ebenfalls
konsequent auszulisten.

Kostenfreie Grafik zu Glyphosat:
www.NABU.de/presse/fotos/#glyphosat

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon
-und-garten/aktivitaeten/18914.html

Pressekontakt:
Steffi Ober, NABU-Referentin für nachhaltige Forschungspolitik, Tel.
+49 030-284984-1612, mobil 0172-5254198, E-Mail: Steffi.Ober@NABU.de

NABU-Pressestelle
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