NABU fordert umfassende Neubewertung von Glyphosat – EFSA-Einschätzung folgt nicht dem Vorsorgeprinzip

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Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit
EFSA hat am heutigen Donnerstag einen Bericht veröffentlicht, in dem
das umstrittene Totalherbizid Glyphosat für „wahrscheinlich nicht
krebserregend“ bewertet wird. Demgegenüber hatten die Krebsforscher
der Weltgesundheitsorganisation WHO das Mittel im Juli als
wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Die Zulassung des in Europa
weit verbreiteten Mittels läuft Mitte 2016 aus, die EU-Kommission
will auf Basis des Gutachtens über eine Neuzulassung entscheiden.

Dazu erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Solange die
Risiken von Glyphosat auf Mensch und Natur nicht einwandfrei
widerlegt sind, muss unbedingt das Vorsorgeprinzip gelten. Für eine
Neuzulassung von Glyphosat fehlt nach wie vor die Grundlage, da der
vorliegende Bericht des Bundesinstituts für Risikoforschung (BfR)
zahlreiche Defizite und Lücken aufweist. Bis zur Klärung der offenen
Fragen muss die Zulassung daher auf jeden Fall ausgesetzt werden.
Zudem muss die Bundesregierung die Anwendungsbestimmungen für
Glyphosat möglichst rasch verschärfen, um die Aufwandmengen deutlich
zu reduzieren. Hierzu gehört auch ein Verbot von Glyphosat im Haus-
und Kleingartenbereich, da das Risiko von Fehlanwendungen dort
besonders groß ist.“

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte
Unkrautvernichtungsmittel – über 700.000 Tonnen werden pro Jahr
versprüht. In Deutschland werden 6.000 Tonnen ausgebracht, wobei rund
39 Prozent aller Ackerflächen behandelt werden. Auch im Hobbygarten
und auf öffentlichen Wegen wird das Gift gerne gespritzt, um sich das
Hacken des Unkrauts zu ersparen. Neben den direkten toxischen
Effekten gefährdet die Wirkung als Breitbandherbizid auch zahlreiche
andere Organismen, denn durch die Vernichtung der Wildkrautflora
gehen Nahrungsquellen und Lebensräume verloren.

An einer im Sommer gestarteten NABU-Protestaktion gegen den
Verkauf von Glyphosat in Baumärkten und Gartencentern beteiligten
sich innerhalb von zwei Wochen fast 3.000 Personen. Inzwischen haben
zahlreiche Märkte einen vollständigen oder weitreichenden Verzicht
auf das Totalherbizid zugesagt.

Mehr Infos:

https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaf
t/pestizide/16524.html

Protest-Aktion des NABU: www.nabu.de/glyphosat-aktion

Pressekontakt:
Florian Schöne, NABU-Agrarexperte, Tel. +49 (0)30.284984-1615,
Mobil +49 (0)172.5966097

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Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958

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