NABU: Kanzlerin Merkel muss in Elmau klare Impulse für Klima- und Meeresschutz setzen

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Zum Auftakt des G7-Gipfels im bayerischen Schloß
Elmau appelliert der NABU an die Verantwortung der sieben größten
Wirtschaftsmächte, sich zum Vorreiter für eine nachhaltige
Entwicklung innerhalb der Weltgemeinschaft zu machen. Aufgrund ihrer
Wirtschaftskraft käme den G7-Staaten eine besondere Verantwortung zu,
so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Die G7-Länder haben es selbst in
der Hand, ob sie Teil der globalen Probleme bleiben oder Motor für
die aktive Suche nach Lösungen sein wollen.“

Tschimpke forderte insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel auf,
die Rolle als G7-Vorsitzende intensiv zu nutzen: „2015 ist ein
wichtiges Jahr der Entscheidungen, insbesondere in den Fragen der
Klimapolitik. Wenn die G7-Staaten keine ambitionierten
Klimaschutzziele vorlegen, ist die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns
der 21. UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember weiter erhöht.“
Zwischen dem Klimaschutz und anderen globalen Problemen wie
beispielsweise dem Terrorismus gebe es unmittelbare Zusammenhänge, so
der NABU-Präsident: „Die G7 müssen das Thema globale Gerechtigkeit
höher auf die Tagesordnung setzen.“

Der NABU fordert Kanzlerin Merkel und ihre Bündnispartner auf,
klare Impulse im Bereich des Klimaschutzes zu setzen. Dazu zählt
unter anderem, das Verankern von langfristigen Klimaschutzzielen im
Klimaabkommen voranzutreiben, aber auch die kritische Überprüfung der
eigenen nationalen Klimaschutzbeiträge. Außerdem müssen die G7 als
Geberländer die bereits zugesagte Ausfinanzierung des Green Climate
Fund sicherstellen und verbindliche finanzielle Zusagen machen.

Auch bei den anderen Themen erwartet der NABU Weichenstellungen
für ein global nachhaltigeres Wirtschaften. „Es ist richtig, dass
Themen wie Meeresumweltschutz oder Antibiotika-Resistenzen ihren Weg
auf die Agenda des Gipfels gefunden haben – wir erwarten von den
G7-Staaten mehr als nur das Beschreiben von Problemen“, so Tschimpke.

Im Bereich des Meeresschutzes sind die Herausforderungen besonders
deutlich: „Unsere Weltmeere sind an ihrer Belastungsgrenze – sie sind
überfischt, verschmutzt und ausgebeutet“, so Tschimpke. Der NABU
sieht den angekündigten Aktionsplan der G7 gegen die Vermüllung der
Meere lediglich als Anfang einer globalen Meeresschutzinitiative. Es
sei nicht hinnehmbar, dass jedes Jahr zehn Millionen Tonnen Müll in
die Weltmeere gelangen, drei Viertel davon Plastik. An den tödlichen
Folgen sterben bis zu einer Million Seevögel und 100.000 Wale,
Delfine und Robben. Milliarden kleinste Mikroplastikpartikel reichern
sich in der Nahrungskette an, so dass am Ende auch der Mensch davon
betroffen ist.

Im Zuge eines verbesserten Meeresschutzes fordert der NABU die
G7-Länder daher unter anderem auf, konkrete Maßnahmen und deren
Finanzierung zur Reduktion der Kunststoffeinträge in die Meere
sicherzustellen. Des Weiteren ist nach Ansicht des NABU ein
sofortiges Tiefseebergbau-Moratorium notwendig, solange es kein
verbindliches Regelwerk unter dem Dach der UN gibt, sowie eine
Ergänzung des Seerechtsübereinkommens, um den Schutz der Hohen See zu
verbessern. Um den fortschreitenden Verlust der marinen Artenvielfalt
zu verhindern, müssen mehr Meeresgebiete unter Schutz gestellt und
negative Auswirkungen menschlicher Aktivitäten minimiert werden. Das
Ziel der CBD-Vertragsstaatenkonferenz in Nagoya, bis zum Jahr 2020
zehn Prozent der Weltmeere unter effektiven Schutz zu stellen, darf
nicht ein zweites Mal verpasst werden. Heute sind es weniger als vier
Prozent. Hier bedarf es neuer Impulse und mehr Anstrengungen bei der
Identifikation und Unterschutzstellung biologisch und ökologisch
bedeutsamer Meeresgebiete.

Weitere Infos und Hintergrundpapier zu finden unter www.nabu.de/g7

Pressekontakt:
Dr. Eick von Ruschkowski, NABU-Fachbereichsleiter Naturschutz und
Umweltpolitik , Tel. +49 (0)30.284 984-1601, Mobil +49 (0)173.6004364

NABU-Pressestelle

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