NABU kritisiert erneute Glyphosat-Zulassung

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Der NABU hat die Ankündigung des
EU-Kommissars für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis
Andriukaitis, die Zulassung des Totalherbizids Glyphosat um weitere
18 Monate zu verlängern, heftig kritisiert. Gerade auch unter dem
Eindruck des Brexit sei die Entscheidung der EU-Kommission nicht
akzeptabel.

„Der Zulassungspoker um Glyphosat belegt exemplarisch die
Probleme, die das Misstrauen der Bürgerinnen und Bürger gegen die
EU-Institutionen in den vergangenen Jahren verstärkt haben. Statt
sich am Vorsorgeprinzip zu orientieren und bis zum Beweis der
Unbedenklichkeit für Gesundheit und Umwelt Glyphosat zu verbieten,
haben sich EU-Kommission und die meisten Vertreter der
Mitgliedstaaten offenkundig von den Interessen der Agrarindustrie
leiten lassen. Statt Verantwortung zu übernehmen und eine klare
Entscheidung zu treffen, boten die Verhandlungspartner den Bürgern
bis zuletzt ein –Schwarzer-Peter-Spiel–„, sagte
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die Krebsforscher der
Weltgesundheitsorganisation WHO hatten das Mittel im vergangenen
Sommer als wahrscheinlich krebserregend eingestuft.

Da die EU-Kommission ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden
ist, sollte sich jetzt wenigstens die Bundesregierung zu einem
nationalen Verbot von Glyphosat durchringen, wie andere
EU-Mitgliedstaaten es schon vorgemacht haben oder jetzt planen. So
hat Frankreich, das sich gegen die Verlängerung der Zulassung
ausgesprochen hat, parallel zum Verhandlungsprozess in Brüssel auf
nationaler Ebene bereits 132 Glyphosat-haltigen Präparaten die
Zulassung entzogen.

Der NABU fordert Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt
erneut auf, das Pestizid in Parkanlagen und auf Kinderspielplätzen,
sowie im Privat- und Kleingartenbereich unverzüglich zu verbieten.
Hinsichtlich des Einsatzes in der Landwirtschaft beweist nicht nur
der ökologische Landbau seit Jahren, dass der Verzicht auf Glyphosat
möglich ist.

Zum Hintergrund

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte
Unkrautvernichtungsmittel, über 700.000 Tonnen werden pro Jahr
versprüht. In Deutschland werden 6.000 Tonnen ausgebracht, wobei rund
39 Prozent aller Ackerflächen behandelt werden. Eine aktuelle
Übersichtsliste der noch zugelassenen glyphosathaltigen Mittel für
den Haus- und Kleingartenbereich hat der NABU unter
www.NABU.de/glyphosat-im-garten veröffentlicht. Sie macht deutlich,
welche Gefahren vom Totalherbizid ausgehen. Nicht nur Blüten- und
Samenpflanzen werden mit dem Einsatz von Glyphosat zerstört, sondern
auch Fische und Amphibien sind gefährdet, wenn es in
Oberflächengewässer gelangt. Diese Auswirkungen werden in Kürzeln
(NW261, NW264) auf den Packungen angegeben. In der Grafik stellt der
NABU die einzelnen im Handel erhältlichen Mittel und ihre
Auswirkungen dar. Auch das Bundesumweltministerium fordert, die
Auswirkungen von Glyphosat auf die Biodiversität viel stärker zu
beachten.

Kostenfreie Info-Grafiken zu Glyphosat:
www.NABU.de/presse/fotos/#glyphosat

Überblick über die derzeit im Handel erhältlichen
glyphosathaltigen Mittel: www.NABU.de/glyphosat-im-garten

Baumärkte listen glyphosathaltige Produkte nach NABU-Protest aus:
www.NABU.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten
/aktivitaeten/18914.html

NABU-Pestizidstudie „Artenschwund durch Spritzmittel“: www.NABU.de
/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/pestizide/16722.html

NABU-Studie „Umweltrisiko Glyphosat“: www.NABU.de/natur-und-landsc
haft/landnutzung/landwirtschaft/pestizide/16524.html

Pressekontakt:
Kathrin Klinkusch, NABU-Pressesprecherin, Tel. +49 (0)30.28 49
84-1510, Mobil +49 (0)173-9306515, E-Mail: presse@NABU.de

NABU-Pressestelle

Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper

Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958

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