NABU: Nur gesunde Meere helfen im Kampf gegen den Klimawandel

Abgelegt unter: Bundesregierung,Umweltpolitik |





Die Weltklimakonferenz in Paris steht am
morgigen Freitag im Zeichen der Ozeane. Die Vereinten Nationen haben
gemeinsam mit dem Übereinkommen zum Schutz der Biologischen Vielfalt
und mehr als 40 Unterstützern zum „Ocean Day“ eingeladen. Namhafte
Experten und Politiker, darunter Vertreter akut vom Klimawandel
betroffener Inselstaaten wie Palau oder den Malediven, diskutieren
über die Folgen von Ozeanerwärmung und -versauerung und wie die
Weltgemeinschaft diesen begegnen muss. NABU-Präsident Olaf Tschimpke
forderte vor diesem Hintergrund mehr Anstrengungen im Meeresschutz,
um die Rolle der Ozeane im Klimasystem der Erde zu stärken. „Die
wachsende Überlastung der Meere durch Überfischung, Rohstoffabbau,
Verlärmung und Verschmutzung muss ein Ende haben. In ihrem jetzigen
Zustand können die Meere ihrer so wichtigen Funktion im globalen
Klimahaushalt nicht mehr gerecht werden.“

Neben Maßnahmen zum Klimaschutz müsse aber insgesamt ein
Bewusstseinswandel erfolgen mit der Bereitschaft für ein
nachhaltigeres Wirtschaften. „Die Weltklimakonferenz tut gut daran,
eine Debatte um Lebensstile, um nachhaltige Entwicklung und den
Umgang mit den lebenden und fossilen Schätzen der Meere zu führen.
Unsere maßlose Ausbeutung ist ein riskantes Spiel, mit
offensichtlichen Folgen für den gesamten Planeten. Wir müssen
dringend umdenken. Denn nur gesunde Meere können uns helfen, die
Folgen des Klimawandels einzudämmen. Aber allein können sie es ebenso
wenig schaffen. Wir alle müssen bereit sein, unseren Energie- und
Ressourcenhunger zu senken“ , so der NABU-Präsident weiter.

Dabei sei die Rolle der Ozeane als regulierende und
stabilisierende Kraft des Klimasystems nicht hoch genug zu bewerten.
Über 90 Prozent des globalen Kohlendioxids durchlaufen den marinen
Kohlenstoffkreislauf. Dabei werden fast 30 Prozent des
menschgemachten Kohlendioxids gespeichert, in kalten Tiefenströmen
gelöst oder in absinkender Biomasse am Meeresboden gebunden. Etwa 50
Prozent unseres Sauerstoffs stammt von Pflanzen im Meer. Doch der
Klimawandel zeigt auch hier längst seine gefährlichen Folgen. Warmes
Wasser dehnt sich aus, der Meeresspiegel steigt. Zusammen mit
abschmelzenden Gletschern und Landeismassen verschlingt das steigende
Meerwasser zuerst die nur knapp über der Wasserlinie liegenden
Inselstaaten, mit dramatischem Ende für Mensch und Natur. Der pH-Wert
des Wassers sinkt, wenn sich Kohlendioxid übermäßig löst und
Kohlensäure gebildet wird. Das Meer wird sauer und kalkbildende
Artengruppen wie Korallen, Muscheln und Schnecken haben es zunehmend
schwer.

Fischbestände kollabieren, Mangrovenwälder und Korallenriffe
sterben, Plastikmüll gefährdet ganze Artengruppen und trotzdem greift
der Mensch nach den letzten noch unberührten Regionen der Weltmeere,
will Rohstoffe in der Arktis oder der Tiefsee ausbeuten, hält weiter
an dem Irrglauben des „Blue Growth“ fest, des unbegrenzten maritimen
Wirtschaftswachstums. „Wir Menschen begreifen es nicht, dass die
Ressourcen der Meere endlich sind, dass es komplexe Gefüge gibt, die
sehr sensibel auf Belastungen und Eingriffe reagieren, und von denen
wir die Finger lassen sollten. Die Widerstandskraft ist aufgebraucht
und der Klimawandel droht den Meeren jetzt den Rest zu geben“ , so
NABU-Meeresexperte Kim Detloff.

Nicht nachvollziehbar ist, dass gerade die internationale
Schifffahrt auch weiterhin von jeglichen Minderungszielen eines
künftigen Klimaschutzabkommens ausgenommen werden könnte. „Bereits
jetzt verursachen Schiffe rund drei Prozent des weltweiten
CO2-Ausstoßes. Aufgrund von Wachstumsprognosen könnten diese
Emissionen aber noch einmal deutlich auf rund das Sechsfache im Jahr
2050 steigen. Paris muss daher auch in dieser Hinsicht ein klares
Signal setzen, indem alle Sektoren zu ambitionierten
Reduktionsverpflichtungen angehalten, und auch die Reeder in die
Pflicht genommen werden“ , so Daniel Rieger, Verkehrsexperte des
NABU.

Der NABU nimmt als Beobachter an der COP 21 teil und berichtet aus
Paris. Twitter @NABU_Klima.

Ausführliches Hintergrundpapier sowie Berichte zu
NABU-Klimaschutzprojekten, Tipps zum Klimaschutz und
Klimakonferenz-Glossar unter www.NABU.de/COP21

Mehr Infos zur Rolle der Ozeane für den Klimaschutz: https://www.n
abu.de/umwelt-und-ressourcen/klima-und-luft/klimawandel/11801.html

NABU-Präsident Olaf Tschimpke nimmt ab dem 7. Dezember am
Ministersegment der UN-Klimaverhandlungen in Paris teil und steht für
Fragen und Interviews zur Verfügung. Kontakt über die
NABU-Pressestelle, Tel. 030-284984-1510, -1952, -1958.

Für Rückfragen:

Dr. Kim Cornelius Detloff, NABU Bundesverband, Leiter
Meeresschutz, Tel. +49 (0)152 09202205, E-Mail: Kim.Detloff@NABU.de

Sebastian Scholz, NABU-Klimaschutzexperte, vor Ort in Paris
erreichbar vom bis zum 12.12.2015 unter +49 (0) 172-4179727, E-Mail:
Sebastian.Scholz@NABU.de, Twitter: https://www.twitter.com/NABU_Klima

Inga Römer, NABU-Klimaschutzexpertin, vor Ort in Paris erreichbar
bis 5.12.2015 unter + 49 (0) 172-2831432, E-Mail: Inga.Roemer@NABU.de

Kathrin Klinkusch, NABU-Pressesprecherin, vor Ort in Paris
erreichbar vom 07.12. bis 12.12.2015 unter + 49 (0)173-9306515,
E-Mail: Kathrin.Klinkusch@NABU.de

Pressekontakt:
NABU-Pressestelle
Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de