NABU veröffentlicht Jahresbericht 2014: 560.000 Mitglieder und Förderer

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Der NABU ist auch 2014 weiter gewachsen. Mit
560.000 Mitgliedern und Förderern (Vorjahr: 540.000) bleibt der NABU
der mitgliederstärkste deutsche Umweltverband. Der NABU erzielte
gegenüber dem Vorjahr über acht Prozent mehr an Einnahmen und konnte
34,9 Millionen Euro für den Natur- und Umweltschutz ausgeben.

„Der Natur- und Umweltschutz liegt vielen Menschen am Herzen, das
zeigt die ausdauernde und wachsende Unterstützung unserer Mitglieder
und Förderer und das große ehrenamtliche Engagement im NABU“, sagte
NABU-Präsident Olaf Tschimpke bei der Vorstellung des Jahresberichts
in Berlin. Die wichtige Basis des NABU bleibt die ehrenamtliche
Naturschutzarbeit vor Ort: in über 2.000 Gruppen setzen sich 37.000
NABU-Mitglieder ehrenamtlich für Natur- und Artenschutz ein.

„Trotz der Begeisterung vieler Menschen für die Umwelt, befindet
sich die biologische Vielfalt in der Dauerkrise“, so Tschimpke. Die
Bundesregierung selber habe sich Anfang dieses Jahres ein schlechtes
Zeugnis mit der Vorstellung des aktuellen Indikatorenberichtes zur
Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt ausgestellt. Zwischen
Ist-Zustand und Ziel klafften breite Lücken. Inzwischen sei jede
dritte in Deutschland untersuchte Art gefährdet, so das Ergebnis des
Artenschutzberichtes des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Auch
innerhalb der gesamten Europäischen Union gelten 77 Prozent der
Ökosysteme als geschädigt.

Sorgen machten Naturschützern vor allem die Arten der
Agrarlandschaft, wo Bestandsgrößen mehrerer Vogelarten wie Kiebitz
oder Feldlerche bei nur knapp über 50 Prozent der für 2015
angestrebten Werte lägen. „Die EU-Agrarpolitik trägt immer noch
maßgeblich zum Artenverlust bei. Wir brauchen ein Umsteuern zu mehr
Naturschutz in der Landwirtschaft. Ferner hapert es bei der
Umsetzung, Durchsetzung und Finanzierung. Dies gilt für Natura 2000,
dem inzwischen größten Schutzgebietsnetz der Welt, aber auch
außerhalb von Schutzgebieten“, so Tschimpke. Hier seien vor allem die
Landesregierungen in der Pflicht.

Der NABU begrüßte, dass sich die Bundesregierung in einem
Schreiben Anfang Juli an EU-Umweltkommissar Vella für eine
Beibehaltung der EU-Naturschutzrichtlinien ausgesprochen hat. In
seinem Engagement für die beiden Richtlinien und Natura 2000 sieht
sich der NABU auch in der überwältigenden Resonanz auf eine
EU-Bürgerbefragung bestärkt. Mehr als eine halbe Million Menschen und
mindestens 94 Prozent aller Teilnehmer äußerten darin ihr
Unverständnis über die von EU-Kommissionspräsident Juncker
angekündigten Änderungen der Naturschutzrichtlinien. „Wir brauchen
keine Neuverhandlung, die in einer massiven Schwächung des Arten- und
Naturschutzrechts enden könnte, sondern endlich die konsequente
Umsetzung des EU-Naturschutzrechts“, so Tschimpke.

Die internationale Arbeit des NABU war im vergangenen Jahr
insgesamt erfolgreich: So konnte das erste große, von der
Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) geförderte Projekt im
indonesischen Harapan-Regenwald mit der Wiederherstellung von 100.000
Hektar Tieflandregenwald abgeschlossen werden.

Ein weiteres Kernthema des NABU ist die naturverträgliche
Energiewende. Zwar hat die Bundesregierung auf Initiative des NABU
das Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende auf den Weg
gebracht mit dem Ziel, zur Versachlichung der Debatten und zur
Vermeidung von Konflikten vor Ort beizutragen. Aufgrund zahlreicher
bürokratischer Hürden und Unklarheiten zur Trägerschaft kommt das
Projekt allerdings weiterhin nur schleppend voran.

Insgesamt blieb die Energie- und Klimapolitik der Großen Koalition
hinter den Erwartungen zurück – auch mit Blick auf das globale
Klimaschutzabkommen, das im Dezember in Paris verhandelt werden soll.
„Der Schlüsselfaktor für eine naturverträgliche Energiewende, die
Energieeffizienz, wurde bislang sträflich vernachlässigt“, so
Tschimpke. Das „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ und der „Nationale
Aktionsplan Energieeffizienz“, seien zwei wesentliche Maßnahmenpläne,
um die selbstgesteckten Klimaschutzziele bis zum Jahr 2020 noch zu
erreichen. Die Programme krankten noch immer an ihrer
„Hätte-Könnte-Sollte“-Formulierung. Negative Beispiele seien die
steuerliche Förderung von Gebäudesanierungsmaßnahmen, die aufgrund
von länderspezifischen Partikularinteressen vom Tisch sei, sowie der
kürzlich von Bundeswirtschaftsminister Gabriel geforderte und
anschließend gekippte Klimaschutzbeitrag. Dieser hätte die notwendige
CO2-Minderung im Stromsektor erbracht, und das zu einem Bruchteil der
Kosten der zäh ausgehandelten Kapazitätsreserve durch
Braunkohlekraftwerke, die sich wahrscheinlich nicht mal mit
EU-Beihilferecht vereinbaren lässt. Der NABU spricht sich weiterhin
für ein klares Verbot der Fracking-Technologie in Deutschland aus.

Neben dem Moorschutz bleiben die Fortschreibung des Nationalen
Naturerbes und die Renaturierung der Unteren Havel Schwerpunkte der
Verbandsarbeit. Im Jahr 2005 hatte der NABU an der Unteren
Havelniederung das größte europäische Projekt zur Renaturierung eines
Flusses gestartet. Nach mehreren Jahren der Vorbereitung und Planung
konnte jetzt mit den praktischen Arbeiten begonnen werden. In den
kommenden Jahren soll der Fluss auf 90 Kilometern Länge seine
einstige Vielfalt zurückerobern. Der NABU werde sich auch weiter
verstärkt für den Schutz und die Schaffung naturnaher Gewässer und
Auen engagieren, damit diese wieder ihre Funktionen für den Natur-
und Hochwasserschutz erfüllen könnten. So müsse das auf Initiative
des NABU vereinbarte Bundesprogramm Blaues Band noch in dieser
Legislaturperiode verabschiedet werden, so Tschimpke. Im Fokus
stünden die 7300 Kilometer Bundeswasserstraßen, wo aus
Naturschutzsicht ein besonderer Handlungsbedarf bestehe.

Im Mittelpunkt der Öffentlichkeitsarbeit des gesamten Verbandes
steht die im Frühjahr gestartete NABU-Imagekampagne. Unter dem Motto
„Wir sind, was wir tun. Die Naturschutzmacher.“, will der NABU
Menschen für die Natur und den Naturschutz begeistern.

Der NABU-Jahresbericht ist im Internet zu finden unter
www.NABU.de/downloads/jb2014.pdf

Alle Infos zur Imagekampagne unter www.wirsindwaswirtun.de

Für Rückfragen:

Kathrin Klinkusch, NABU-Pressesprecherin, Tel. +49
(0)30.284984-1510, Mobil Tel. +49 (0)173.9306515, E-Mail:
Kathrin.Klinkusch@NABU.de

Pressekontakt:
NABU-Pressestelle
Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de

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