NDR Umfrage in Schleswig-Holstein: aktuell knappe Mehrheit für Rot-Grün

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Der „Schulz-Effekt“ wirkt sich offenbar auch in
Schleswig-Holstein auf die politische Stimmung aus. Knapp zwei Monate
vor der Landtagswahl am 7. Mai hat die SPD dort deutlich
hinzugewonnen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von
infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks. Wenn schon am
nächsten Sonntag ein neuer Landtag gewählt würde, wären die
Sozialdemokraten im nördlichsten Bundesland die stärkste Kraft mit 33
Prozent der Stimmen. Das ist ein deutlicher Zuwachs von sieben
Prozentpunkten gegenüber der Umfrage vom Dezember 2016. Bei der
Landtagswahl von 2012 erreichte die SPD noch 30,4 Prozent.

Damit liegt die SPD in Schleswig-Holstein erstmals seit 2011
wieder vor der CDU. Die Union muss Verluste hinnehmen. Sie liegt
zurzeit bei 27 Prozent (minus 7 Prozentpunkte im Vergleich zur
letzten Umfrage). Sie hatte bei der Landtagswahl 2012 mit 30,8
Prozent abgeschnitten.

Die Grünen bleiben mit 14 Prozent drittstärkste Kraft, trotz
leichter Verluste (-1 Prozentpunkt seit Dezember 2016). Die FDP
behauptet sich bei 9 Prozent. Neu im Landtag vertreten wäre die
Alternative für Deutschland mit aktuell 7 Prozent (+1 Prozentpunkt
seit Dezember). Von der 5-Prozent-Hürde ausgenommen ist der
Südschleswigsche Wählerverband (aktuell 3 Prozent, -1 Prozentpunkt
seit Dezember). Alle anderen Parteien würden den Sprung in den
Landtag zurzeit nicht schaffen, darunter Die Linke (4 Prozent, -1
Prozentpunkt seit Dezember) und die zurzeit noch im Parlament
vertretenen Piraten.

Das Erstarken der SPD würde Rot-Grün zur Mehrheit verhelfen.
Anders als in den vergangenen fünf Jahren wäre eine Einbindung des
SSW in ein Regierungsbündnis für SPD und Grüne nicht mehr
erforderlich. Gleichwohl hat die Zufriedenheit mit der
Regierungsarbeit des aktuellen Dreierbündnisses von SPD, Grünen und
SSW zuletzt noch einmal zugenommen und liegt jetzt bei 62 Prozent.
Dies ist auch im bundesweiten Vergleich ein hoher Wert. Mehr als die
Hälfte der Wahlberechtigten spricht sich für eine SPD-geführte
Landesregierung nach dem Wahltermin am 7. Mai aus. Der Wunsch nach
einem Regierungswechsel hat abgenommen.

Als wichtigstes politisches Problem im Bundesland nennen 17
Prozent der Befragten den Bereich Migration und Flüchtlinge, gefolgt
von Fragen der Bildung und Schule (16 Prozent). Etwa drei Viertel der
Befragten befürworten eine Rückkehr der Gymnasien zum Abitur nach 13
Schuljahren – eine Forderung, die zuletzt die CDU erhoben hatte.
Deutlich in den Hintergrund getreten sind die Probleme
Arbeitslosigkeit und soziale Ungerechtigkeit.

Ungeachtet der Mehrheitsverhältnisse liegt FDP-Spitzenkandidat
Wolfgang Kubicki bei den Sympathiewerten in Schleswig-Holstein an der
Spitze (55 Prozent zufrieden/sehr zufrieden). Er überflügelt damit
auch Ministerpräsident Torsten Albig (SPD, 53 Prozent). Es folgt
Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold (30 Prozent). Daniel Günther
von der CDU erreicht hier nur Platz vier (20 Prozent). Den
Spitzenkandidaten der AfD, Jörg Nobis, können etwa drei Viertel der
Bürger nicht beurteilen oder kennen ihn nicht.

Amtsinhaber Torsten Albig (SPD) würde bei einer Direktwahl zurzeit
50 Prozent erreichen. Er läge damit deutlich vor seinem
Herausforderer Daniel Günther (CDU), der jetzt 21 Prozent erreicht
(-2 Prozentpunkte seit Dezember). Auffällig ist der hohe Anteil
derer, die sich in der Direktwahl für keinen der beiden Kandidaten
entscheiden würden.

Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut infratest
dimap vom 9. bis 14. März 2017 per Telefon 1000 zufällig ausgewählte
Wahlberechtigte in Schleswig-Holstein. Die Fehlertoleranz beträgt 3,1
Prozentpunkte (bei 50% Anteilswert) bis 1,4 Prozentpunkte (bei 5%
Anteilswert).

Hinweis an die Redaktionen: Alle Ergebnisse der Umfrage sind bei
Nennung der „Quelle: Infratest dimap im Auftrag des NDR“ zur
Veröffentlichung freigegeben und im Internet unter www.NDR.de
abrufbar.

Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Iris Bents
Tel: 040-4156-2304

http://www.ndr.de
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Original-Content von: NDR Norddeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

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