Neue Landesregierung in Baden-Württemberg muss Pflege-Kurs dringend korrigieren – Stationärer Altenpflege droht Kollaps

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Ein Gutachten des Rheinisch-Westfälischen Instituts
für Wirtschaftsforschung (RWI) hat für Baden-Württemberg ein düsteres
Menetekel an die Wand gemalt: Schon bald wird es einen gravierenden
Notstand bei den Pflegebetten in stationären Altenpflegeeinrichtungen
geben. Der Arbeitgeberverband Pflege fordert: Eine neue
Landesregierung muss den Kurs in der Pflegepolitik schnell und massiv
korrigieren.

In Baden-Württemberg gibt es über 1.600 stationäre
Altenpflegeeinrichtungen mit insgesamt über 106.200 Pflegeplätzen.
Rund 35 Prozent entfallen auf Zweibettzimmer. Die Vorgabe der
geänderten Landesheimbauverordnung sieht vor, dass ab 2019 für jeden
Bewohner einer Pflegeeinrichtung ein Einzelzimmer zur Verfügung
stehen muss. Nun stellt das Rheinisch-Westfälische Institut für
Wirtschaftsforschung in einer neuen Studie (Südwest Presse Ulm) ihres
Instituts Health Care Business fest: Diese Landesverordnung führt
dazu, dass bis 2019 allein durch den Wegfall von Zweibettzimmern rund
17.700 stationäre Pflegeplätze fehlen werden.

Dazu Friedhelm Fiedler, Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes
Pflege: ,,Wir haben mehrfach davor gewarnt, dass die neue
Landesheimbauverordnung mittelfristig in einen dramatischen
Pflegebetten-Notstand in Baden-Württemberg münden wird. Die aktuelle
Studie des renommierten RWI zeigt die dramatischen Folgen einer
ideologisch motivierten Pflegepolitik auf, die der Bevölkerung in
Baden-Württemberg sehr große Sorgen bereiten muss. Denn der Bedarf an
stationären Pflegebetten wird aufgrund der demografischen Entwicklung
auch im Ländle eher weiter zunehmen.“

Der Arbeitgeberverband Pflege sieht Baden-Württemberg
pflegepolitisch im Klammergriff einer doppelten Bedrohung. Fiedler:
,,Neben der sehr bedenklichen Einzelzimmer-verordnung droht durch die
auf Bundesebene geplante generalistische Pflegeausbildung ohnehin
eine gravierende Schwächung der Altenpflege. Die Generalistik wird
den Fachkräftemangel dramatisch verschärfen, weil die dringend
benötigten Hauptschüler in großer Zahl aufgrund von immer höheren und
komplizierteren Ausbildungshürden die Lust auf diesen
gesamtgesellschaftlich so wichtigen Beruf Stück um Stück verlieren
werden.

Es wird deshalb allerhöchste Zeit für eine Kurskorrektur auf
Bundes- und auf Landesebene. Grüne und CDU, die wohl bald die neue
Landesregierung in Stuttgart stellen werden, müssen schon jetzt in
der Zeit der laufenden Koalitionsverhandlungen die Weichen neu
stellen. Sonst droht im wohlhabenden Ländle die Gefahr einer massiven
pflegerischen Unterversorgung – ein pflegepolitischer Notstand.“

Pressekontakt:
Friedhelm Fiedler
Sprecher des Präsidiums und Vizepräsident Arbeitgeberverband Pflege
Pressebüro Arbeitgeberverband Pflege (AGVP)

Telefon: +49 (0)30 67 80 63 710
presse@arbeitgeberverband-pflege.de
www.arbeitgeberverband-pflege.de

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