Neue OZ: Interview mit Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

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Wirtschaftsverband weist Rezessionswarnungen
zurück

„Derzeit kein Grund, auf Moll zu machen“ – Industrie- und
Handelskammertag wirft Bund „spätes Erwachen“ vor

Osnabrück.- Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK)
hat Warnungen vor einer Rezession in Deutschland scharf
zurückgewiesen. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker
Zeitung“ (Samstag) sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben: „Wir
sollten die Krise jetzt nicht noch herbeireden. Die Risiken sind groß
genug.“ Nach Einschätzung des DIHK bestehe derzeit kein Grund, „zu
sehr auf Moll zu machen.“ Wansleben reagierte damit auf Äußerungen
von Christine Lagarde, der Chefin des Internationalen Währungsfonds
(IWF). Allerdings forderte er wie Lagarde die Bundesregierung auf,
mehr für Investitionen zu tun. „Es geht beides: Haushalt sanieren und
investieren. Denn der Staat nimmt Steuern in Rekordhöhe ein“, sagte
der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Er kritisierte das „späte Erwachen“
der Bundesregierung. Erst nach düsteren Konjunkturprognosen sei die
Politik zum Handeln bereit. „Wenn es gut läuft, wird verteilt. So ist
es in den ersten zehn Monaten der Großen Koalition gelaufen“, sagte
Wansleben. Jetzt fehle das Geld – zum Beispiel für die Reparatur
maroder Straßen. Vorstöße, den Euro-Rettungsfonds für
Konjunkturprogramme anzuzapfen, wies der Wirtschaftsvertreter zurück.
Das sei keine dauerhaft tragfähige Politik. Vielmehr müssten auch die
großen Volkswirtschaften in der Eurozone ihre Probleme entschlossener
angehen – „dazu gehört letztlich auch Deutschland“, sagte er.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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