Neue OZ: Kommentar zu Arbeit/Einkommen/Soziales

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Nicht zurücklehnen

Gute Nachrichten, oder? Zumindest für Deutschland. Arme haben
ebenso wie Reiche am Ende der Krisenjahre mehr Geld zur Verfügung
gehabt als am Anfang: Das klingt doch gerecht. Dabei verraten die
neuen Zahlen der OECD nicht viel mehr als das längst Bekannte:
Deutschland ist gut durch die Krise gekommen und steht besser da als
die meisten anderen Länder.

Die Einkommensschere öffnet sich in jenen Gesellschaften weiter,
in denen die wirtschaftlich schwierigen Jahre deutlichere Spuren
hinterlassen haben. Das ist aber kein Grund, sich in Deutschland
entspannt zurückzulehnen. Erstens betrifft die Verarmung in anderen
Ländern am Ende auch die wohlhabende Exportnation – die Leute müssen
sich die deutschen Produkte schließlich auch leisten können, siehe
Automobilindustrie.

Und zweitens bleibt Armut auch in Deutschland ein Faktum. Und wenn
jemand, der wenig Geld hat, im Laufe der Jahre ein wenig mehr
bekommt, gleicht das nur die Teuerungsrate aus. Die ist zwar gerade
außergewöhnlich niedrig – das aber vor allem, weil Kraftstoffe
billiger sind als vor einem Jahr. Wichtig und gut für alle, die zur
Arbeit pendeln oder mit Logistik ihr Geld verdienen. Aber über die
Freude darüber sollte nicht übersehen werden, dass die
Lebensmittelpreise gleichzeitig angezogen haben. Das trifft alle –
auch die, die sich ein Auto gar nicht leisten können.

Anne Diekhoff

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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