Neue OZ: Kommentar zu Deutschland/Russland/International

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Im Zweifel für die Macht

Das einschüchternde Vorgehen russischer Behörden gegen
ausländische, auch deutsche Nichtregierungsorganisationen kurz vor
dem Besuch des russischen Präsidenten in Hannover zeigt eines sehr
deutlich: In der Abwägung zwischen Diplomatie auf der einen und der
Durchsetzung seiner Macht auf der anderen Seite gibt Wladimir Putin
rücksichtslos der Macht den Vorzug.

In den Augen des ehemaligen KGB-Offiziers ist sie die einzige
Garantie für ein starkes, unnachgiebiges Russland, das politische
Opposition im Keim ersticken und der Welt die Stirn bieten kann. Die
Staatsgewalt gewährleistet zudem Putins langfristige persönliche
Sicherheit.

Die Forderung von Amnesty International, deutsche Unternehmen
sollten gegenüber Russland „klare Kante“ zeigen, ist gut gemeint.
Realistisch ist sie jedoch nur insoweit, als ausländische Unternehmen
sich in Russland gegen Rechtsbrüche oder Behördenwillkür wehren
können. Es ist vor allem ihre Pflicht, ihre russischen Mitarbeiter
vor Übergriffen der Staatsgewalt zu schützen. Die Unternehmen sollten
sich davor hüten zu bestechen und müssen entsprechende Angebote von
Behördenvertretern sofort an die Öffentlichkeit bringen.

Versuche hingegen, Putin zur Demokratie zu bekehren, wären
aussichtslos. Wer diesen Maßstab anlegt, muss sich mit Pauken und
Trompeten aus dem Russlandgeschäft zurückziehen. Diesen Mumm aber hat
kein deutsches Unternehmen.

Christian Schaudwet

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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