Neue OZ: Kommentar zu Gesellschaft/Jugendliche/Smartphones

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Mehr Stil, bitte

Handys provozieren. Nervtötend rücken viele sie laufend in den
Mittelpunkt, blicken aufs Display statt in die Augen, fühlen sich
beschäftigt, häufig bestätigt. Höflichkeit? Hört auf, wo das Display
des Smartphones anfängt. Konzentration? Fehlanzeige. Ständig blinkt
der nächste Reiz. Eine größere Distanz zum Gerät und stattdessen mehr
Stil wäre in vielen Fällen wünschenswert. Allein, daran hat nicht das
Handy Schuld. Noch gibt es jemanden, der es benutzt.

Abseits der Stilfrage zieht das Gerät einen überwiegend
irrationalen Widerstand auf sich – von Menschen, die seine
Möglichkeiten nicht recht verstehen, oft nicht verstehen wollen. Ihre
Technikfeindlichkeit deuten sie gern als Ausweis von Intelligenz und
überlegenen Werten – klingt ja auch besser als sich einzugestehen,
mental oder technisch ein Stück weit überfordert zu sein.

Heraus kommt eine gouvernantenhafte Weltfremdheit, wie sie sich
etwa beim Handyverbot im Auto zeigt. Auf dem Mobiltelefon die Uhrzeit
abzulesen kann zum Knöllchen führen – minutenlang am Touchscreen die
Audioeinstellungen zu regeln, in der siebten Ebene des Navi-Menüs per
Multischalter nach Tankstellen zu suchen oder auch einen Apfel essend
mit dem Beifahrer zu streiten, das bleibt erlaubt. Es handelt sich ja
nicht um eines dieser bösen Handys. Dabei sollte es einfach ein
Alltagsgerät sein – nicht skeptisch beäugt von den einen, nicht
kultisch verehrt von den anderen.

Burkhard Ewert

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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